Wirkung der neuen Demonstrationen
Libanesischer Ministerpräsident erhält Amt zurück

Erst vor zehn Tagen war Omar Karami als Regierungschef im Libanon zurückgetreten, weil aggressive Demonstranten ihn für zu syrienfreundlich hielten. Jetzt beauftragten ihn Staatspräsident und Parlament wieder damit, ein Kabinett zu bilden - Karami hatte Boden gewonnen, als neue Demonstrationen erstaunlich viel Sympathie für Syrien im Volk zeigten.

HB DÜSSELDORF. Der libanesische Präsident hat Omar Karami wieder mit der Regierunsbildung beauftragt. Der vor zehn Tagen nach massiven Protesten zurückgetretene libanesische Ministerpräsident Omar Karami kündigte in einer ersten Erklärung nach seiner Ernennung durch Präsident Émile Lahoud an, er wolle eine Regierung der nationalen Einheit bilden.

Die neue Regierung solle nicht wie die alte sein sondern Vertretern aller Richtungen offen stehen. Nur so könne es gelingen, die Krise im Land zu überwinden, erklärte Karami. Am Montag werde er mit den Abgeordneten über die Benennung von Ministern beraten.

Der Politiker hatte mit seinem Rücktritt am 28. Februar die Konsequenzen gezogen aus den massiven Protesten gegen seine prosyrische Regierung nach dem Mord an seinem populären Amtsvorgänger und politischem Gegenspieler, Rafik Hariri. Für diesen Mord machten die Demonstranten Syrien und damit die prosyrische Regierung verantwortlich.

Am Mittwochabend hatten die meisten Parlamentsabgeordneten in Gesprächen mit Lahoud ihre Unterstützung für Karami bekundet. Zu dem Stimmungswechsel hatte eine Kundgebung der prosyrischen Kräfte in Libanon beigetragen, an der sich am Dienstag knapp eine Million Demonstranten beteiligt hatten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%