„Wirkung fraglich“
Wirtschaftsinstitute raten EZB von Zinssenkung ab

Eine Zinssenkung wird die Wirtschaft kaum stimulieren, sagen die führenden Wirtschaftsinstitute. Eine Zinssenkung würde nur den Krisenbanken helfen. Risiken gäbe es dagegen für den deutschen Immobilienmarkt.
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BerlinDie führenden Wirtschaftsinstitute raten der EZB von einer Zinssenkung zur Stimulierung der mauen Euro-Wirtschaft ab. Zwar biete der absehbar niedrige Preisdruck auf den ersten Blick Spielraum für eine geldpolitische Lockerung, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten für die Bundesregierung. "Es ist jedoch fraglich, ob ein solcher Schritt zusätzliche stimulierende Impulse auf die Konjunktur im Euroraum hätte." Die Darlehenszinsen in den Krisenländern dürften dadurch kaum sinken, da das Kreditangebot erheblich beschränkt sei. Auch die Geldmarktzinsen, die bereits nahe bei Null liegen, ließen sich nicht nennenswert verändern.

Eine Zinssenkung würde demnach vor allem Geschäftsbanken zu Gute kommen, die bereits am Tropf der EZB hängen. Dies seien vor allem Geldhäuser, die in ihren Bilanzen mit strukturellen Problemen ihrer Vermögenspositionen kämpfen. Niedrigere Leitzinsen würden in erster Linie dazu führen, dass die notwendige strukturelle Anpassung weiter verzögert wird, befürchten die Institute.

Lockere Geldpolitik hat Folgen für deutschen Immobilienmarkt

Ein weiterer Grund zur Zurückhaltung beim Drehen an der Zinsschraube dürfte der in den deutschen Ballungszentren boomende Immobilienmarkt sein: "Auch wenn man derzeit nicht von einer Blase sprechen kann, da der Preisanstieg bislang vergleichsweise gering ausgefallen ist, sind dies Anzeichen, dass die monetäre Expansion Wirkung zeigt". Auch in anderen Ländern habe es mehrere Jahre gedauert, bis sich die Immobilienpreise massiv erhöhten. "Allerdings wird die Immobilienfinanzierung in Deutschland restriktiver gehandhabt als in anderen Ländern, was das Entstehen von Blasen erschwert."

Die Institute gehen allerdings davon aus, dass die EZB wegen der absehbaren Konjunkturerholung an der Zinsfront stillhalten wird. Sie kann Anfang Mai auf ihrer Ratssitzung darüber entscheiden, ob der Leitzins von derzeit 0,75 Prozent beibehalten oder wegen der wirtschaftlichen Malaise in der Euro-Zone auf ein Rekordtief von 0,5 Prozent gesenkt wird.

„Das gehört nicht zum Mandat“

Zuletzt war auch darüber spekuliert worden, ob die Zentralbank die Kreditnöte von Mittelständlern in den von der Krise geschüttelten Randstaaten des Währungsraums lindern werde. Die Institute lehnen dies ab: "Weitere Maßnahmen der EZB in Richtung einer gezielten Kreditförderung des Mittelstandes sind aus Sicht der Institute abzulehnen, da sie nicht zum Mandat einer Notenbank gehören." Staatliche Förderbanken und -programme könnten diese Aufgabe gegebenenfalls übernehmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • So, in Aisen haben die Länder also "Moral" wenn es ums Geld bzw. Investments geht, na den Satz würde ich aber noch mal überdenken!

  • Tatsache ist, dass ausländische Investoren das EU-Land panikartig verlassen. Das was mit Zypern gemacht wurde, hat einen Tsunami ausgelöst, wo jeder sein Geld iwi in Sicherheit bringt.

    Wann dann der Euro abgewertet wird, ist nur eine Frage der Zeit.

    Bis dahin sollten wir dem Maistream folgen:

    – im EU-Land Schulden machen (man wird dafür belohnt)
    – in Ländern, die noch Moral haben, sollte man investieren (Asien)

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