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11.11.2007 

Auf auffällige Cowboy-Stiefel hatte Bush bei der Begrüßung am Freitag zwar verzichtet. Ansonsten gab sich der US-Präsident von Beginn an sichtlich Mühe, die Kanzlerin aus Deutschland „zünftig“ auf seiner Ranch in Crawford zu empfangen.

Der Hubschrauber, der Angela Merkel, ihren Mann Joachim Sauer und ihre kleine Delegation vom nahen Militär-Flughafen Fort Hood nach Crawford flog, kam in der Nachmittagssonne von Texas gerade in Sichtweite, da fuhr auch der US-Präsident ganz gemächlich mit seinem großen weißen Geländewagen am Landeplatz vor. Nach dem kurzem Händedruck - Bush in Jeans und kurzärmeligem Hemd, die Kanzlerin im legeren Blazer - gab es zunächst noch ein kleines Statement.

Bush lobte wieder einmal die Kanzlerin und meinte, dass er „Herzlichkeit und Respekt“ für sie empfinde. Die Kanzlerin schwärmte nach dem Kurz-Flug über den Riesenbundesstaat schon von der „wunderbaren Atmosphäre“, die in Texas herrsche. Und dann stiegen sie ein in Bushs Gefährt und fuhren los in Richtung Ranch. Am Steuer der Präsident, daneben die Kanzlerin und hinten Laura Bush und Joachim Sauer. Es wurde freundlich gewunken beim Auftakt dieses sehr privat gehaltenen Besuchs.

Lange hatte Merkel gewartet, bis sie nach Crawford gereist ist. Die Einladung Bushs stand schon seit dem nahezu berühmt gewordenen Wildschwein-Essen von Trinwillershagen im Juli 2006. Sie wollte erst demonstrieren, dass sie ihren eigenen Weg in der Außenpolitik geht, nicht die Bush-Getreue ist, als die sie als Oppositionsführerin von vielen Bürgern angesehen wurde.

Erst jetzt, wo sie mitunter in den Medien wegen ihres diplomatischen Geschicks als „Königin der Hinterzimmer“ angesehen wird, schien ihr die Zeit reif, um auf die Ranch Bushs zu fahren. Denn dass die Einladung eine besondere Geste Bushs war, ließ sich schon daran erkennen, dass auch begabte Rechercheure in den vergangenen Jahrzehnten auf keinen ausgesprochenen Privatbesuch eines deutschen Bundeskanzlers bei einem amerikanischen Präsidenten gestoßen sind.

Zuletzt soll Ludwig Erhard bei einem Besuch bei US- Präsident Lyndon B. Johnson 1963 in den Genuss dieser Ehre gekommen sein. Aus heutiger Sicht also noch in den Teenagertagen der Bundesrepublik.

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