Wirtschaft zeigt Ermüdungserscheinungen
Regierungskrise belastet Thailands Wirtschaft

Die Regierung Thailands legte wichtige zukunftsweisende Entscheidungen auf Eis, nachdem der umstrittene Ministerpräsident Thaksin Shinwawatra vor zehn Tagen das Parlament aufgelöst und Neuwahlen für den 2. April angekündigt hatte.

DÜSSELDORF. Betroffen davon sind die Unterzeichnung eines Freihandelsabkommens mit Japan und die Verhandlungen über einen ähnlichen Vertrag mit den USA. Auch die Entscheidung über die Auftragsvergabe für Mega-Projekte in der Infrastruktur könnte verschoben werden.

Dabei benötigt die schwächelnde Wirtschaft dringend neue Impulse. Eigentlich wollte die Regierung Thaksin bis Ende April über die Modernisierung des Landes entscheiden. Thaksin hatte ausländische Investoren im Januar aufgerufen, sich im Rahmen einer Entwicklungspartnerschaft am Ausbau der Infrastruktur, des Ressourcenmanagements, der Informations- und Kommunikationstechnik und anderer Sektoren zu beteiligen. Dafür wollte die Regierung bis zu 44 Mrd. Dollar in den nächsten fünf Jahren bereit stellen. Thailand hat 2005 nach Auskunft des Board of Investment ausländische Investitionsanträge über 12,5 Mrd. Dollar erhalten, 62 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Jetzt befürchten Ökonomen, dass die Proteste gegen Thaksin und die Unsicherheiten über die weitere politische Entwicklung das Vertrauen in Thailand erschüttern könnten. „Sor-gen über die Politik werden sich auf das Vertrauen von Unternehmern und Konsumenten niederschlagen", sagte Ampon Kittiampon, Generalsekretär des National Economic & Social Development Bords (NESDB) gestern bei der Vorstellung der Wirt-schaftsprognose für 2006. „Falls die politische Krise in Gewalt um-schlägt, sind auch der Tourismus und die Börse betroffen.“

Selbst der Premier räumte ein, dass die Turbulenzen um seine Person wirtschaftliche Folgen haben könnten. Seit Wochen demonstrieren Hunderttausende Thais auf den Straßen Bangkoks gegen den Premier. Sie werfen ihm nicht nur Machtmissbrauch, Korruption und undemokratisches Verhalten, sondern auch Interessenkollisionen vor, weil seine Familie einen Anteil von 49 Prozent am Shin-Konzern an die Temasek-Holding aus Singapur veräußert hatte.

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