Wirtschaftbeziehungen
„Vertragsflut“ bleibt bei Merkels China-Besuch aus

Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel in Peking sind am Montag nur zwei Wirtschaftsabkommen unterzeichnet worden. Dennoch zeigt sich die deutsche Wirtschaft mit der Entwicklung des China-Geschäfts zufrieden.

HB PEKING. Im Beisein von Merkel und Chinas Regierungschef Wen Jiabao unterzeichnete nur Thyssen-Krupp bei einer Zeremonie in der Großen Halle des Volkes ein Abkommen über die Fertigung von Kurbelwellen in der Nähe von Nanjing mit einem Umfang von rund 150 Mill. Euro.

Am Rande des Besuches der Kanzlerin unterschrieb ferner noch die Flugzeugleasingfirma Windrose Air eine Kooperation mit Deer Jet, einer Tochterfirma der chinesischen Hainan Airlines, die im Geschäft mit privaten Charterflügen tätig ist.

Die Unternehmen wollen wechselseitig jeweils im anderen Land als Repräsentanten des anderen auftreten und sich gegenseitig unterstützen, hieß es in einer Mitteilung von Windrose Air. Insbesondere während der Olympischen Spiele 2008 in Peking wollten beide Unternehmen eng zusammenarbeiten.

Die erwartete Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens des Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerns MAN wurde überraschend nicht besiegelt, weil die Genehmigung der Provinzregierung noch aussteht, wie es in Delegationskreisen hieß.

Nach Angaben eines MAN-Sprechers geht es um eine Kooperationsvereinbarung zwischen MAN Nutzfahrzeuge und der chinesischen Weichai-Gruppe, einem chinesischen Motoren- und Lkw-Hersteller. „Es wurden noch nicht alle behördlichen Genehmigungen rechtzeitig erteilt, deshalb konnte die angestrebte Unterzeichnung nicht rechtzeitig stattfinden.“ Im Gespräch war ein Volumen von 1,5 Milliarden Euro, was der MAN-Sprecher als „Spekulation“ abtat.

Zusätzlich setzte der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Bernd Pfaffenbach seine Unterschrift unter ein Regierungsabkommen zur Kooperation im Umweltschutz. Beim ersten Besuch Merkels im Mai 2006 waren noch mehrere hochkarätige Unternehmensabkommen besiegelt worden.

Der Vorsitzende des Asien-Pazifik-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht, sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Die relativ geringe Zahl von Vertragsschlüssen ist nur ein Zeichen, dass gerade zum Zeitpunkt des Besuchs der Kanzlerin nicht mehr unterschriftsreif war.“

Der Chef des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, sagte ergänzend, dass in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China weiter Dynamik sei. Die BDI-Vorsitzende verwies darauf, dass sich allein im vergangenen Jahr die deutschen Ausfuhren nach China um rund 30 Prozent gesteigert hätten. Auch die Exporte Chinas nach Deutschland seien nochmals um 20 Prozent angewachsen.

Seite 1:

„Vertragsflut“ bleibt bei Merkels China-Besuch aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%