Wirtschaftliche Einbußen
Arabische Revolten kosteten Milliarden

Die Revolten in den arabischen Ländern haben nach Schätzungen von Geschäftsleuten die Wirtschaft mehr als 100 Milliarden Dollar gekostet. Sie forderten die Regierungen auf, wirtschaftlich enger zusammen zu arbeiten.
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DohaDie Revolten in den Ländern des arabischen Frühlings waren dort mit wirtschaftlichen Einbußen von mehr als 100 Milliarden Dollar (75,5 Milliarden Euro) verbunden. Zu diesem Ergebnis kamen etwa 400 arabische Geschäftsleute am Dienstag zum Abschluss einer zweitägigen Konferenz im katarischen Doha.

Unter Berufung auf Statistiken der Arabischen Organisation für Arbeit hieß es weiter, die durchschnittliche Arbeitslosenrate in den arabischen Ländern liege zwischen 14 und 20 Prozent. Von der Gesamtbevölkerung von 300 Millionen Menschen seien mehr als 35 Millionen arm.

Die Konferenz appellierte an die arabischen Regierungen, ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken, Geschäftsleuten gute Bedingungen einzuräumen und ausländische Beschäftigte durch arabische zu ersetzen. Die Länder des arabischen Frühlings wie Tunesien, Ägypten und Libyen, deren autoritäre Herrscher seit Januar 2011 gestürzt wurden, sind mit einer Zuspitzung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten einschließlich der Arbeitslosigkeit konfrontiert. Seinerzeit gehörten diese mit zu den Auslösern der Volksaufstände.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Der Arabische Frühling, der ein Winter war

    Die Konferenz von 400 arabischen Geschäftsleuten in Doha, Qatar, appellierte an die arabischen Regierungen, ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verstärken, Geschäftsleuten gute Bedingungen einzuräumen und ***ausländische Beschäftigte durch arabische zu ersetzen***.

    Man ist versucht, von unserer Regierung dasselbe zu fordern, das wäre allerdings mehr als populistisch. Da der Durchschnittssaudi (als übertragbares Beispiel) aber nur 15 Minuten am Tag arbeitet und den Rest ausländische, zumeist asiatische, Angestellte machen lässt, wird der Effekt dieses Aufrufes beschränkt sein. Alle reicheren Golfstaaten haben entweder längst alle ausländischen Arbeitnehmer entlassen, was bedeutet, dass sie innert 30 Tagen das Land zu verlassen haben, oder mehr oder weniger erfolgreiche Aktionen wie die Quatarisierung, Omanisierung u.ä. der Arbeit hinter sich.

    Das begann schon 2007-8. Nun ist es zusätzlich ja auch noch so, dass die beduinischen Traditionen der Araber ihnen manuelle Arbeit mit Ausnahme der Viehzucht untersagen. Selbst Landwirtschaft ist nicht okay. Taxifahren, im Büro sitzen, den Chef spielen, Kamele züchten. Viel mehr bleibt meinen Erfahrungen nach nicht übrig. Als ich 2008 in Saudi Arabien arbeitete, war bereits die Arbeitslosigkeit unter jungen Saudis mangels verantwortungsvoller Positionen ein Thema und eine erhöhte Selbstmordrate begann sich abzuzeichnen.

    Für die armen Verwandten aus dem Maghreb, Libyen und Ägypten oder der Levante sieht das natürlich anders aus, vom Irak ganz zu schweigen. Entweder werfen diese Länder die Ausländer raus und schicken sie zu uns, oder sie kommen selbst zu uns.

  • "Die Welt der Wirtschaftslenker sieht woanders auch nicht anders aus. Da kommt doch richtig Freude auf, wenn festgestellt werden darf, daß dieselben auch nach mehr schreien. Laßt die Meinungsmacher doch einfach links liegen und stellt euch selbst auf. Der "ungebremste" Handel wird selbst durch die Hintertür von Revolutionen eingebracht. Kann es da sein, daß gewisse, durch ausländische, Kräfte unterwandert, wie bestellt, die Lunte ans "Volk" legten? Die Völker werden aufgehetzt, revolutioniert und ruhig gestellt. Gute Arbeit, für wen?

  • "Die Konferenz appellierte an die arabischen Regierungen, [...] ausländische Beschäftigte durch arabische zu ersetzen."

    Das klingt immerhin interessant.

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