Wirtschaftliche Kooperation
Russland und Türkei wollen Krise überwinden

Russland und die Türkei suchen die Annäherung über Wirtschaftsprojekte. Der monatelange Zwist nach dem Abschuss des russischen Kampfjets durch das türkische Militär scheint überwunden. Doch ein Streitthema bleibt.
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MoskauNach einer schweren Krise zwischen Russland und der Türkei wollen die beiden Länder ihre Beziehungen mit wirtschaftlicher Kooperation festigen. Der erste Block des Atomkraftwerks Akkuyu, das Russland an der Südküste der Türkei baut, solle 2023 in Betrieb genommen werden, sagte der türkische Regierungschef Binali Yildirim bei einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin am Dienstag in Moskau.

Putin sagte der Agentur Interfax zufolge, er hoffe, dass Yildirims Besuch dem Handel zu neuem Aufschwung verhelfe. Der Präsident dankte der Türkei zudem für ihre Unterstützung des Prestigeprojekts Turkish Stream. Mit der Pipeline soll von 2019 an russisches Erdgas durch das Schwarze Meer nach Südeuropa verkauft werden.

Die Türkei hatte 2015 ein russisches Kampfflugzeug im Grenzgebiet zu Syrien abgeschossen. Moskau verhängte daraufhin Sanktionen gegen Ankara, etwa in der Tourismusbranche und im Agrarsektor.

Seit Erdogan im Juni sein Bedauern über den Abschuss geäußert hatte, nähern sich beide Seiten wieder an. Jedoch könnten nicht alle russischen Einschränkungen bei der Einfuhr von Agrarprodukten bis Jahresende aufgehoben werden, weil die Lebensmittelsicherheit nicht gegeben sei, teilte das Landwirtschaftsministerium in Moskau mit.

Ein Streitthema zwischen Moskau und Ankara bleibt Syrien. Russland unterstützt Präsident Baschar al-Assad, die Türkei will dessen Rücktritt. Trotz Meinungsverschiedenheiten im Syrien-Konflikt bekräftigten Yildirim und sein russischer Kollege Dmitri Medwedew ihren Willen zum Dialog über die Lage in dem Bürgerkriegsland.

Der Kampf gegen den Terrorismus und für eine bessere humanitäre Lage in Syrien hätten Vorrang, sagte Medwedew. „Die Präsidenten Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan befinden sich im engen Kontakt und werden sich wohl im ersten Halbjahr 2017 treffen“, kündigte er an.

Yildirim sagte, es habe im vergangenen Jahr „schwierige Zeiten“ in den bilateralen Beziehungen gegeben. „Aber diese Zeiten sind nun vorbei.“ Es sei notwendig, sich nun auf die Zukunft zu konzentrieren. „Wir haben das Ziel, die Beziehungen weiter auszubauen“, sagte der türkische Regierungschef nach dem Treffen mit Medwedew.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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