Wirtschaftliche Zusammenarbeit
Merkel hofft auf Geld aus Indien

Bundeskanzlerin Angela Merkel will die Beziehungen zu Indien auf eine möglichst breite Basis stellen und die strategische Partnerschaft ausbauen und intensivieren. Auch die deutsche Wirtschaft soll davon profitieren – und zwar nicht nur durch zunehmende Exporte.

HB NEU DELHI. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Inder zu verstärkten Investitionen in Deutschland aufgerufen. „Ich will ausdrücklich sagen: Uns sind indische Investitionen in Deutschland herzlich willkommen“, sagte Merkel am Dienstag auf dem deutsch-indischen Wirtschaftsforum bei ihrem ersten Besuch in Neu Delhi. „Ich finde offene Türen für uns vor.“ Die Potenziale für die wirtschaftliche Zusammenarbeit seien noch nicht voll ausgeschöpft, und Deutschland stehe in Konkurrenz zu anderen Ländern. Die Kanzlerin warnte zugleich vor einem endgültigen Scheitern der Doha- Welthandelsrunde.

Indien und Deutschland wollten bis zu sieben gemeinsame Verträge unterzeichnen. Darunter war ein Geheimschutzabkommen der beiden Verteidigungsministerien, ein Vertrag über das geplante indisch-deutsche Wissenschafts- und Technologiezentrum in Neu Delhi sowie eine engere Zusammenarbeit beim Patentschutz. Kooperationen waren außerdem zwischen der indischen und der Deutschen Post vorgesehen. Die Kanzlerin forderte Indien dazu auf, Handelshemmnisse in Indien abzubauen. Das Handelsvolumen zwischen Deutschland und Indien überstieg im vergangenen Jahr erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke. Dies war ursprünglich erst für 2010 vorgesehen.

Merkel will den Schwerpunkt der Entwicklungshilfe verlagern. „In dem Maße, wie Indien sich entwickelt, ändert sich natürlich auch die Entwicklungszusammenarbeit“, sagte sie. Energieeffizienz und erneuerbare Energien sollten stärker in den Mittelpunkt rücken. Die berufliche Ausbildung könnten indische Unternehmen inzwischen selbst übernehmen.

Die Kanzlerin mahnte mehr Eile bei den Gesprächen zur Welthandelsrunde an. „Wenn wir nach den amerikanischen Wahlen wieder von vorne anfangen, dann wird das nichts werden“, sagte sie. „Es ist noch ein kleiner Weg zu gehen, aber er muss in einer endlichen Zeit gegangen werden.“ Ein offenes Handelssystem sei „allemal das Beste“. Merkel begrüßte das Engagement Indiens. „Ich glaube, dass Indien in der Tat eine konstruktive Rolle spielt.“ Indiens Handels- und Industrieminister Kamal Nath sagte Merkel zu, sein Land werde ein Teil der Lösung sein und nicht das Problem. Ein Hauptstreitpunkt sind die staatlichen Exporthilfen für Agrarprodukte aus Europa und den USA.

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