Wirtschaftsdialog mit USA
China könnte Zugang zu Finanzsektor erleichtern

Auch Annäherung bei Streit um Wechselkurspolitik am Rande der Wirtschaftsberatungen mit USA (neuer Einstieg)
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PekingChina hat offenbar die weitere Öffnung seines Finanzsektors zugesagt. So wolle die Volksrepublik ausländischen Firmen künftig eine höhere Beteiligung an heimischen Wertpapierhandelsfirmen erlauben, sagte ein US-Regierungsvertreter am Freitag in Peking am Rande der jährlichen amerikanisch-chinesischen Wirtschaftsberatungen. Washington sehe darin einen höchst willkommenen Wandel. Auch beim Streit um die Wechselkurspolitik gab es eine Annäherung.

Künftig dürfen sich ausländische Firmen demnach mit bis zu 49 Prozent an Wertpapier-Joint-Ventures beteiligen. Das läge weit über den im Rahmen der Mitgliedschaft bei der Welthandelsorganisation (WTO) von China zugesagten 20 Prozent. Einen genauen Zeitplan für die Änderungen gibt es laut dem US-Regierungsvertreter nicht. Es werde aber eine zügige Umsetzung erwartet.

Zudem soll der Gewährsperson zufolge auch der Markt für Autoversicherungen liberalisiert werden. Und die Regierungen beider Länder hätten die Aufnahme von Verhandlungen über eine Reihe von Konditionen für Exportkredite noch diesen Sommer vereinbart. Die Vergabe umfangreicher Staatskredite für die chinesische Exportwirtschaft seitens Chinas wird von den USA als hinderlich für den internationalen Wettbewerb kritisiert.

Zwtl.: Annäherung beim Streit um Wechselkurspolitik

Auch im Streit um die Wechselkurspolitik gab es eine Annäherung. Die USA verlangen, dass Peking den Yuan zum Dollar aufwertet. US-Finanzminister Timothy Geithner sagte am Freitag bei einem Treffen mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao, Chinas Pläne hin zu einem mehr marktorientierten Wechselkurssystem seien vielversprechend. Im vergangenen Monat kritisierte Geithner, dass ein künstlich unterbewerteter Yuan ein unfairer Wettbewerbsvorteil für China sei. Die Gewährsperson sagte am Freitag, chinesische Delegierte hätten beim Spitzentreffen diese Woche weitere Reformen bei der Wechselkurspolitik zugesagt. Die USA sähen „echte Fortschritte“ auch bei der Öffnung und Liberalisierung des Finanzsektors.

Der jährlich stattfindende Wirtschaftsdialog wurde ins Leben gerufen, um Handelsstreitigkeiten der zwei größten Wirtschaftsmächte der Welt auszuräumen und die Zusammenarbeit, auch im Umweltsektor, zu festigen. Neben US-Außenministerin Hillary Clinton nahm auch der Präsident der US-Notenbank Ben Bernanke und sein chinesischer Kollege Zhou Xiaochuan an dem Gipfel teil.

Überschattet wurden die Verhandlungen von einem Streit über den chinesischen Dissidenten Chen Guangcheng, der vorübergehend in die US-Botschaft geflüchtet war. Inzwischen zeichnete sich eine Einigung in dem diplomatischen Konflikt ab: Der blinde Bürgerrechtler darf offenbar in die USA ausreisen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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