Wirtschaftsentwicklung: IWF rechnet mit zu hohem Defizit in Frankreich

Wirtschaftsentwicklung
IWF rechnet mit zu hohem Defizit in Frankreich

Frankreich setzt alles daran, unter die Defizitgrenze der EU zu rücken. Doch der IWF macht eine andere Rechnung auf. Der französische Finanzminister stimmt ein wenig zu - und findet einen Grund außerhalb seines Landes.

WashingtonFrankreich wird die EU-Defizitgrenze nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch im kommenden Jahr nicht einhalten. Wie der IWF am Freitag in Washington mitteilte, rechnet er für das Jahr 2013 mit einem Defizit von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Frankreich.

Diesen Wert nannte zuletzt auch die EU-Kommission, während die französische Regierung des sozialistischen Präsidenten François Hollande versicherte, die EU-Grenze von drei Prozent des BIP einhalten zu wollen.

Frankreich

Staatsverschuldung

in Prozent des Bruttoinlandsprodukts


Im laufenden Jahr wird in Frankreich mit einem Defizit von 4,5 Prozent des BIP gerechnet. Das Wirtschaftswachstum schätzt der IWF für das Jahr 2012 auf 0,2 Prozent, für das kommende Jahr auf 0,4 Prozent. Die Regierung in Paris rechnet für das Jahr 2013 mit einem Wachstum von 0,8 Prozent.

Frankreich sollte nach Einschätzung mehrerer Direktoren des IWF im Falle einer anhaltenden Wachstumsflaute seinen Sparkurs verschärfen. Um Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu wahren, müsse die französische Regierung im nächsten Jahr auf jeden Fall das Defizitziel von drei Prozent erreichen, teilte der IWF am Freitag nach Beratungen des Führungsausschusses in Washington mit.

Sollte die französische Wirtschaft schwächer wachsen als erwartet, müsse die Regierung in Paris nach Ansicht mehrerer IWF-Direktoren gegensteuern. Einige Mitglieder des Boards hätten sich während der Sitzung aber auch gegen eine Verschärfung des Sparkurses ausgesprochen, weil dies das Wachstum nur noch weiter abwürgen würde.

Der französische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte am Freitag, die Regierung teile die Einschätzung des IWF "zum großen Teil". Hindernis für ein stärkeres Wachstum in Frankreich sei die schwache Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone. Zugleich kündigte Moscovici eine Fortsetzung des Reformkurses an.

 
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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