Wirtschaftsflaute
Frankreich erfüllt Maastricht-Obergrenze nicht

Die Wirtschaftsflaute zwingt Frankreich seine Defizitziele, um ein Jahr zu verschieben. Erst 2014 soll nun die Maastricht-Grenze erfüllt werden. Ein ausgeglichener Haushalt kann erst nach 2017 erwartet werden.
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ParisFrankreich kommt mit dem Abbau der Staatsverschuldung nur langsam voran. Wegen der Wirtschaftsflaute verschob das Land am Mittwoch seine Ziele um ein Jahr. Wie aus den neuen Haushaltsplanungen hervorging, wird das Defizit in diesem Jahr bei 3,7 Prozent liegen. Die Maastricht-Obergrenze soll mit 2,9 Prozent der Wirtschaftsleistung nun erst 2014 und damit ein Jahr später als geplant erfüllt werden. Die EU-Vorgabe liegt bei drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch sein längerfristiges Ziel kann Frankreich nicht einhalten. Bis 2017 wird das Defizit den neuesten Prognosen zufolge bei 0,7 Prozent liegen. Eigentlich sollte es bis dahin auf 0,3 Prozent gedrückt werden.

„An unserem Plan, das Defizit zu senken, halten wir fest“, sagte Finanzminister Pierre Moscovici, nachdem er den Haushaltsplan dem Kabinett vorgestellt hat. Zu allererst ginge es darum, das Land wieder auf die Beine zu bringen, die Wettbewerbsfähigkeit wieder herzustellen sowie Wachstum zu generieren und Arbeitsplätze zu schaffen.

Frankreich droht zur Sorge seiner europäischen Partner und des Internationalen Währungsfonds, in die Rezession abzugleiten. Dieses Jahr geht die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone nach Deutschland von einem Wachstum von lediglich 0,1 Prozent aus. Im kommenden Jahr soll es auf 1,2 Prozent steigen, in den nachfolgenden Jahren bis 2017 jeweils um zwei Prozent.

Im Gegensatz zu Frankreich lässt Deutschland die Krisenjahre hinter sich und steuert auf Haushaltsüberschüsse zu. Ab 2016 rechnet die Bundesregierung mit schwarzen Zahlen . Außerdem soll der Schuldenstand von jetzt über 80 Prozent des BIP unter die 70-Prozent-Marke fallen. Dagegen will der Nachbar im kommenden Jahr mehr Schulden machen als zunächst geplant. Die Schuldenquote wird den neuesten Daten zufolge 2014 nochmal steigen auf 94,3 Prozent, bevor sie dann sinken soll.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wirtschaftsflaute: Frankreich erfüllt Maastricht-Obergrenze nicht"

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  • Zitat : Frankreich erfüllt Maastricht-Obergrenze nicht

    - und was passiert...? Garnichts !

    Hier sieht man deutlich, welche Dilettanten diese Maastrichtkriterien zusammengeschustert haben ....!

    Bei jedem Industrievertrag gibt es z. B. bei Lieferungsverzug KONVENTIONALSTRAFEN !

    Bei nicht Erfüllung der Maastrichtkriterien gibts ein müdes Lächeln..?!!

    So kann es mit EUtopia auch nichts werden ! Anhand der Verträge muß dies auch dem letzten Deppen schon im Vorfeld klar gewesen sein !

    Wie lange geht die Verar°°°°°° noch weiter ?

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