Wirtschaftsforscher

Merkozy-Pläne reichen nicht für Euro-Rettung

Deutschland und Frankreich haben neue Vorschläge zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise. Aber sie sind unzureichend, sagt der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Horn.
20 Kommentare
Der Direktor des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. Quelle: dpa

Der Direktor des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn, hält die Vorschläge von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatschef Nicholas Sarkozy zur Bekämpfung der Eurokrise für unzureichend. „Will man unter diesen Umständen den Euro noch retten, bleibt nur noch das Eingreifen der EZB als letztes Mittel vor dem Exitus der gemeinsamen Währung“, sagte Horn Handelsblatt Online. Die vereinbarten Maßnahmen seien enttäuschend. „Es ist doch offenkundig, dass Vertragsänderungen mehr Zeit benötigen, als für die Rettung des Euro noch zur Verfügung steht.“ Zudem sei die Zustimmung vieler Mitgliedsländer ungewiss.


Sparen und automatische Sanktionen erzeugten außerdem kein Wachstum „und verhindern damit insbesondere für die Krisenländer jede Aussicht auf Besserung“, betonte der IMK-Chef. Zugleich entsprängen diese Druckmittel einer zu engen Analyse der Krisenursachen, die eben nicht nur aus zu hohen Staatschulden, sondern auch in einer zu hohen privaten Verschuldung bestünden. „Die hieraus resultierenden Leistungsbilanzprobleme werden somit schlicht übersehen“, kritisierte Horn. Die Ablehnung von Euro-Bonds verhindere zudem, dass die Märkte sich beruhigen.


Wenige Tage vor dem EU-Gipfel in Brüssel hatten Deutschland und Frankreich neue Vorschläge zur Eindämmung der Euro-Schuldenkrise gemacht. Bundeskanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy regten in Paris monatliche Treffen der Staats- und Regierungschefs der 17 Euro-Länder an. Zudem forderten sie härtere Sanktionen gegen Defizitsünder. Dazu zählt unter anderem eine Klagemöglichkeit beim Europäischen Gerichtshof, wenn Länder die Schuldenregeln nicht einhalten. Sarkozy betonte, gemeinsame Staatsanleihen (Euro-Bonds) seien derzeit keine Lösung für die Krise. Der EU-Gipfel berät am Donnerstag und Freitag über die deutsch-französischen Pläne.


Startseite

20 Kommentare zu "Wirtschaftsforscher: Merkel/Sarkozy-Pläne reichen nicht für Euro-Rettung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Die Ablehnung von Euro-Bonds verhindere zudem, dass die Märkte sich beruhigen."

    Im Gegenteil, die Märkte glauben nicht daran, daß die Eurobonds tatsächlich abgelehnt werden. Sie mißtrauen den Regierungen, weil man von dort keine ökonomioschen Wahrheiten hört.


  • STIMMT! STIMMT! Aber wer soll den Austritt beschließen? CDU,GRÜNE,SPD,LINKE oder die PIRATEN?????? Träum weiter. ES IST WEIT UN DBREIT KEINE PARTEI IN DEUTSCHALND VORHANDEN DIE DAS WOHL DES DEUTSCHEN NORMALBÜRGERS VERTRITT!!!!!

  • Der einzige, der hier versklavt wird, ist der deutsche Steuerzahler und Sparer. Und der hat mittlerweile dermaßen die Schnauze voll, dass spätestens nach der nächsten Bundestagswahl ein Euro-Austritt Deutschlands zur realistischen Option wird.

  • Und wozu haben all diese Versuche bisher geführt? Deutschland spart seit 20Jahren, und seitdem arbeiten die Menschen für immer weniger immer mehr, gleichzeitig werden einige Parasiten, die auf Kosten der Allgemeinheit leben, immer reicher. Oder halten sie es für normal, daß die Arbeitssklaven von Hermes sich torz 70Std-Woche keine Krankenversicherung leisten können, während der Chef 3,3Mrd Einkommen in einem Jahr hat????
    Nur ein Besipiel von vielen.
    Das sind die amerikanischen Verhältnisse, die alles zerstören!

  • @Novaris

    Das, was Herr Draghi sagt, gilt für Schönwetterzeiten. Zur Zeit sorgen die Ratingagenturen für ordentlichen Sturm. Von allen Staaten, deren Rating im Laufe der letzten 2 Jahre herabgestuft wurden, werden die heftigsten Anstrengungen unternommen ihre Verstöße zu korrigieren. Das Ergebenis ist Rezession, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit und damit weitere Herabstufungen durch die Ratingagenturen.
    Da muss man kein EZB-Präsident oder Wirtschaftsweiser sein, um zu erkennen dass das nicht richtig sein kann.

  • @ ihr
    Unsere Gegenwehr muß die Herstellung von Haushaltsdisziplin und wirtschaftlich stabiler Verhältnisse in Europa sein. Damit können sehr viele Probleme so ganz nebenher gelöst werden.

  • Und diese bestimmten Gründe müssen ignoriert werden. Die USA führen eine Wirtschaftskrieg gegen Europa - logisch, der Euro würde den USA schaden - und wir wehren uns nicht. Wir warten auf unseren Untergang ohne Gegenwehr. Und das, obwohl die restliche Welt hinter Europa stehen würde.

  • @ Novaris,
    Draghi ist Italiener, also hat er keine Ahnung.
    Deutscher Sachverstand, wie vom schönen Guido verlangt, muss nach Brüssel und Frankfurt und endlich für Ordnung sorgen!
    Oder wir schicken die Merkel in die Wüsste und dann läuft auch sofort alles besser.

  • Der Platz Deutschlands ist in Europa. Die EURO-Krise ist lösbar.
    Selbstverständlich braucht Deutschland enge wirtschaftliche Beziehungen zu den BRIC-Staaten aber aus bestimmten Gründen ist die Abstimmung mit den USA notwendig. (UN-Charta - Artikel 53/107 - fehlender Friedensvertrag etc.etc.)

  • Stell Dir vor, Deutschland hat ZZZ- und den Menschen geht es trotzdem gut!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%