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Wirtschaftsforum: Kollektive Depression in Davos

Die Krise hält das Wirtschaftsforum in Davos fest im Griff. Nur gemeinsames Handeln – so die Losung – kann die Wende bringen. Während das Vertrauen in die Selbstheilungskräfte des Marktes in den angelsächsischen Ländern erschüttert ist, demonstriert ein anderes Land Zuversicht.

In Davos geht die Angst um: Auch das umfangreiche Konjunkturpaket von Barack Obama wird keine schnelle Besserung bringen, sind sich viele Teilnehmer sicher. Foto: ap Quelle: ap
In Davos geht die Angst um: Auch das umfangreiche Konjunkturpaket von Barack Obama wird keine schnelle Besserung bringen, sind sich viele Teilnehmer sicher. Foto: ap Quelle: ap

DAVOS. Welch ein Kontrast: Die Welt muss sich in diesem Jahr auf harte Einschnitte einstellen, ein Ende der Wirtschaftskrise ist nicht in Sicht. Noch nie in der Geschichte des Weltwirtschaftsforums war die Stimmung derart gedrückt wie zum Auftakt des 38. Treffens. Doch ein Mann sprüht vor Zuversicht: Chinas Premier Wen Jiabao.

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Während Politiker und Unternehmer am ersten Tag des Forums, auf dem 2 500 Teilnehmer aus Politik und Unternehmen über Wege aus der Wirtschaftskrise beraten, ein international besser abgestimmtes Vorgehen gegen die Rezession fordern, präsentiert Wen bereits die Wende. Peking werde trotz aller Probleme die angestrebten acht Prozent Wachstum erreichen, die Wirtschaft sei stabil, die Finanzen in Ordnung. „Vertrauen ist die Quelle jeder Stärke“, doziert Pekings Premier.

Genau jenes Vertrauen aber fehlt den meisten Teilnehmern aus Politik und Wirtschaft in Davos. Daher trumpfen sie nicht auf, sondern warnen davor, Märkte abzuschotten und in Protektionismus zu verfallen. „Wir erkennen noch kein Ende der Talfahrt“, sagt der Chefökonom der Weltbank, Justin Lin. Und Stephen Roach, Asienchef von Morgan Stanley, warnt: „Das wird ein sehr gefährliches Jahr für die Weltwirtschaft.“

Er geht zwar davon aus, dass die Rezession 2010 überwunden werden könne, der Aufschwung dürfte aber nur sehr schleppend erfolgen und weltweit höchstens zu einem Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 2,5 Prozent in den nächsten drei Jahren führen. „Schnelle und drastische“ Maßnahmen verlangt daher nicht nur Medienzar Rupert Murdoch, Chef der News Corporation: „Wir müssen jetzt schonungslos Bilanz ziehen, um zu wissen, wo die Welt steht.“

Vor allem die Unternehmer aus den angelsächsischen Ländern lassen in Davos spüren, wie stark ihr Selbstvertrauen in die Selbstheilungskräfte des Marktes erschüttert ist. Größtes Risiko sei nun, dass die USA ähnlich wie Japan in den 90er-Jahren mit Handelsbeschränkungen auf Konsumschwäche und Jobverluste reagierten. Es sei illusionär zu hoffen, dass Präsident Barack Obamas Konjunkturpaket für einen Schnellstart der US-Wirtschaft sorgen könne, sagte Roach.

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