Wirtschaftshilfe
China hilft Taiwan in der Krise

Die Wirtschaftskrise lässt die beiden Erzrivalen China und Taiwan näher zusammenrücken. Schon heute gehört der Inselstaat zu den größten Investoren in China – nun stellt Peking zusätzliche 19 Milliarden Euro für Investitionen zur Verfügung. Im Gegenzug erhofft sich China Beteiligungen an taiwanesischen Infrastrukturprojekten.

Reuters/HB SCHANGHAI. Die Regierung in Peking werde taiwanische Investitionen auf dem Festland mit umgerechnet 19 Mrd. Dollar fördern, kündigte der Koordinator Chinas für die Beziehungen zu Taiwan, Wang Yi, am Sonntag an. Der Vize-Vorsitzende der regierenden Nationalistischen Partei Taiwans, Tseng Yung Chuan, würdigte das Vorhaben Pekings als „sehr starke Maßnahme“.

Peking betrachtet Taiwan seit dem Ende des Bürgerkriegs 1949 als abtrünnige Provinz und will die Wiedervereinigung. Dies lehnt Taipeh ab. Die angebotene Konjunkturhilfe ist das jüngste Anzeichen für eine Annäherung zwischen beiden Ländern unter Taiwans neuem Präsidenten Ma Ying-jeou. Anfang November hatten beide Seiten bereits die Wiederaufnahme von Direktflügen, Schiffs- und Postverbindungen vereinbart.

Taiwanesen gehören schon heute zu den größten Investoren in China. Angesichts der Wirtschaftskrise sollen die Beziehungen zwischen Festland und dem Inselstaat nun offenbar weiter ausgebaut werden: „Die Menschen auf beiden Seiten gehören zur selben Familie. In dieser Zeit wirtschaftlicher Schwierigkeiten spüren wir den gleichen Schmerz in Taiwan“, sagte Wang auf einer Konferenz vor taiwanischen Politikern in Schanghai. Die versprochenen Mittel sollen von der Industrial and Commercial Bank of China, der Bank of China und der China Development Bank bereitgestellt werden. Zudem wolle China von taiwanischen Herstellern Flachbild-Monitore im Wert von zwei Mrd. Dollar kaufen.

Einer der ranghöchsten Funktionäre der Kommunistischen Partei, Jia Qinglin, hatte zuvor gesagt, China erhoffe sich im Gegenzug für Wirtschaftshilfen Handelserleichterungen und Beteiligungen an großen Infrastrukturprojekten auf der Insel. Nach der jüngsten Weltbank-Prognose wird Chinas Wirtschaft 2009 nur noch um 7,5 Prozent wachsen. Wegen des drohenden Abschwungs fürchtet die Regierung um den sozialen Frieden. Premier Wen Jiabao stattete am Wochenende überraschend der Universität Peking einen Besuch ab, um die Studenten zu beruhigen: Die Beschäftigung von Hochschulabsolventen habe Priorität.

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