Wirtschaftskonferenz in Berlin
Gabriel baut auf Geschäfte mit China

Bundeswirtschaftsminister setzt hohe Erwartungen in die deutsch-chinesischen Handelsbeziehungen. In einer gleichberechtigten Partnerschaft und Freundschaft müsse es aber auch möglich sein, schwierige Themen anzusprechen.
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BerlinBundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel sieht trotz des zuletzt etwas langsameren Wachstums in China riesige Chancen für einen Ausbau der deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. "Ich glaube, dass die deutsch-chinesische Zusammenarbeit die beste Zeit noch vor sich hat", sagte er am Mittwoch auf einer deutsch-chinesischen Wirtschaftskonferenz in Berlin. Ebenso wie der Co-Chef der Deutschen Bank Jürgen Fitschen begrüßte Gabriel ausdrücklich, dass China inzwischen stärker auf eine nachhaltige und gesündere Wirtschaftsentwicklung setze, auch wenn das aktuell mit etwas niedrigeren Wachstumsraten verbunden sei.

Gabriel sprach in Anwesenheit führender chinesischer Wirtschaftsvertreter aber auch Meinungsverschiedenheiten zwischen beiden Ländern an. Es gebe schwierige Themen, wie Demokratie und Menschenrechte. Er sei aber überzeugt, dass "auch solche schwierigen Themen miteinander besprochen werden müssen". Das sollte in einer gleichberechtigten Partnerschaft und Freundschaft möglich sein. "Von daher glaube ich, dass auch diese Themen in den nächsten Jahren von uns mit großem Selbstbewusstsein miteinander diskutiert werden können", erklärte der deutsche Wirtschaftsminister.

Gerade für die Mittelständler, die einen immer größeren Teil der rund 8000 deutschen Firmen mit China-Engagement ausmachen, forderte Gabriel Gleichbehandlung mit ihren chinesischen Wettbewerbern. "Sie wollen nichts anderes, als eine gleichberechtigte Behandlung erfahren", sagte er. Zudem forderte er von China die Achtung von Patentrechten und wandte sich gegen den erzwungenen Transfer von technologischem Wissen in die chinesische Wirtschaft.

Ungeachtet der Problemfelder sieht Gabriel allen Grund für Optimismus beim Ausbau der deutsch-chinesischen Beziehungen. "Ich bin der Überzeugung..., dass sich Wettbewerb und Partnerschaft nicht ausschließen - im Gegenteil", sagte er. Zum wiederholten Male warb der Minister auch um chinesische Investitionen in Deutschland.

Gabriel hatte erst vor wenigen Wochen China besucht. Die Volksrepublik ist der drittwichtigste Handelspartner Deutschlands in der Welt. 2013 wurden zwischen ihnen Waren im Gesamtwert von mehr als 140 Milliarden Euro ausgetauscht. In jüngster Zeit hat sich der Handel beider Länder allerdings deutlich verhaltener entwickelt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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