Wirtschaftskrieg
Iran sitzt in der Falle

Die Sanktionen treffen Iran hart. Experten sprechen bereits von einem Wirtschaftskrieg - und sehen den Westen nun in einer starken Verhandlungsposition gegenüber dem Regime. Mahmud Ahmadinedschad hat zu hoch gepokert.

Die Botschaft aus Teheran klingt hart: „Kein Hindernis kann die Atomarbeiten Irans stoppen“, sagte das geistliche und politische Oberhaupt des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, im Staatsfernsehen. Gerade hatte die Uno-Atomenergiebehörde IAEA ihre Gespräche im Land für gescheitert erklärt, weil das Regime die Kontrolleure nicht in die Näher der verdächtigen Anlagen gelassen hatte. Aber die markigen Worte aus Teheran beeindrucken Experten nicht.

“Iran steht unter gewaltigem Druck”, sagt Walter Posch, Iranspezialist der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Die Wirtschaftssanktionen der USA und der EU treffen das Land hart - und entfalten eine immer stärkere Wirkung. Die deutsche Exporte in die Islamische Republik etwa sind im vergangenen Jahr um mehr als 18 Prozent eingebrochen, wie aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervorgeht. Geliefert wurden Waren im Wert von knapp 3,1 Milliarden Euro - nur 2003 war es noch weniger. Europas größter Technologiekonzern Siemens nimmt seit längerem keine Aufträge aus Iran mehr an. Auch andere Unternehmen wie der größte deutsche Stahlkonzern Thyssen-Krupp stoppten sämtliche Geschäfte.

Hinzu kommt nun das Importverbot für iranisches Erdöl, das die Europäische Union im Sommer in Kraft setzen wird - und das den Iran endlich dazu bringen soll, die Verhandlungen über sein Nuklearprogramm wieder aufzunehmen. Iran wird verdächtigt, Kernwaffen zu entwickeln. Die islamische Republik bestreitet dies und hat erklärt, ihr Atomprogramm diene rein zivilen Zielen.

Schon im Vorgriff auf die EU-Sanktionen haben bleich mehrere Länder bereits ihre Öl-Einfuhren zurückgefahren oder ganz gestoppt. Iran seinerseits hat vor wenigen Tagen seine Öllieferungen nach Frankreich und Großbritannien beendet und auch eine Ausweitung auf andere europäische Staaten nicht ausgeschlossen.

Angesichts dieser Sanktionen sprechen Experten von einem Wirtschaftskrieg, den der Westen gegen Iran führe. “Als nächster Schritt käme wohl nur noch ein Embargo vor der iranischen Küste in Frage”, so Experte Posch von der SWP. Die Wirtschaftssanktionen schadeten Iran enorm und seien für die Bürger deutlich spürbar. “Der Westen vergisst, wie mächtig er
tatsächlich ist.”

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