International

_

Wirtschaftskrise: Ägyptens Währung auf Talfahrt

In etwa zwei Monaten müssen die Ägypter ein neues Parlament wählen. Bis dahin wollen Präsident Mursi und seine islamistischen Mitstreiter ein Rezept gegen den drohenden Staatsbankrott finden.

Lange Schlange vor einem Bankautomaten in Kairo. (Archivbild vom Februar 2011). Quelle: Reuters
Lange Schlange vor einem Bankautomaten in Kairo. (Archivbild vom Februar 2011). Quelle: Reuters

KairoDie regierenden Islamisten in Ägypten stehen vor massiven wirtschaftlichen Problemen. Nachdem die Zentralbank neue Bestimmungen für den Verkauf von Devisen eingeführt hat, geht die Landeswährung, das ägyptische Pfund, auf Talfahrt. Der offizielle Kurs lag am Montag bei rund 6,30 Pfund für einen US-Dollar und damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

Anzeige

Auch gegenüber dem Euro gab die ägyptische Währung nach. In der vergangenen Woche hatte die Regierung bereits die Devisenausfuhr begrenzt, um den Abfluss von Kapital zu verhindern.

Instabile politische Lage S&P senkt Ägyptens Kreditwürdigkeit

Die politischen Grabenkämpfe haben zu einer Herabstufung geführt.

Präsident Mohammed Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, bemühte sich, gelassen zu wirken. Staatliche Medien berichteten am Montag, in einem Gespräch mit arabischen Journalisten habe Mursi zum Kursverlust des Pfunds gesagt: „Das macht uns keine Sorgen und jagt uns keine Angst ein, binnen weniger Tage wird es sich wieder stabilisiert haben.“

Mehrheit für Verfassungsentwurf Triumph für Ägyptens Islamisten

Präsident Mursi und die religiösen Kräfte Ägyptens sind am Ziel: Nach offiziellen Angaben der Wahlkommission ist der umstrittene islamistisch geprägte Verfassungsentwurf bei zwei Volksabstimmungen gebilligt worden.

Die aktuelle Krise hat verschiedene Ursachen. Eine davon ist der Mangel an politischer Stabilität, der abschreckend auf Investoren wirkt. Außerdem denken viele wohlhabende Gegner der Muslimbrüder seit den Wahlsiegen der Islamisten an Auswanderung. Die neuen Devisenausfuhrbeschränkungen sind für sie eine Hürde auf dem Weg in ein neues Leben.

Ägypten

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit Ägyptens kürzlich auf B- heruntergestuft. Das ist die gleiche Kategorie, in der sie momentan Griechenland führt.

Der Vorsitzende der radikal-islamistischen Partei für Aufbau und Entwicklung, Tarek al-Summer, sagte nach Angaben lokaler Medien, einer der Gründe für den Verfall der Währung sei die Verzögerung bei den Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Gespräche über einen 4,8-Milliarden-Dollar-Kredit des IWF waren wegen der politischen Unruhen vor dem Verfassungsreferendum verschoben worden.

 

  • 01.01.2013, 09:52 Uhrkah7

    Ach, merken wir auf einmal, dass der "Arabische Frühling" Geld kostet. Fragt mal bei Westerwelle nach. Er gibt bestimmt gerne einige Milliarden unserer Steuergelder zinslos und mit unbegrenzter Laufzeit. Oder versucht es mal mit einen Biss in den Koran. Kann man vielleicht auch Essen, wenn es nicht mehr anders geht.

  • 01.01.2013, 09:52 Uhrsoso

    Was soll uns das sagen?
    Wenn die Politik eines Staates der Finanzwelt nicht gefällt, ist der Staat pleite.Ist das auch der Grund warum wegen Grichenland der Finaznwelt soviel Geld zugeschoben wird.
    Aber das EU Volk glaub es lebt in einer Demokratie.

  • 31.12.2012, 19:49 UhrSteuerzahler

    „Das macht uns keine Sorgen und jagt uns keine Angst ein, binnen weniger Tage wird es sich wieder stabilisiert haben.“


    Respekt! -Lügen kann er schon nach ein paar Tagen Amtsführung wie ein Großer..

  • Die aktuellen Top-Themen
Nach Angriffen: Ägypten ruft Notstand in Sinai aus

Ägypten ruft Notstand in Sinai aus

Mindestens 31 Menschen sterben: Nach den Angriffen auf das Militär auf der Halbinsel Sinai ruft Ägypten den Notstand aus. Nahe der Grenze zu Israel und Gaza tritt ab Samstag sogar eine Ausgangssperre in Kraft.

Ukraine-Konflikt: Putin sieht in den USA einen „Raffke“

Putin sieht in den USA einen „Raffke“

Das Säbelrasseln geht weiter: Wladimir Putin sieht im „Vormachtstreben“ der USA eine Gefahr für den Frieden. Das Land würde immer mehr „Zentren des Bösen“ ausmachen. Washington weist die Vorwürfe zurück.

EU-Gipfel: Merkel gegen Nutzung der ESM-Mittel

Merkel gegen Nutzung der ESM-Mittel

EZB-Präsident Draghi hat auf dem EU-Gipfel zu gemeinsamen Maßnahmen gegen die Rezession aufgefordert. Bundeskanzlerin Merkel betonte die Notwenigkeit von Strukturreformen. Eine Nutzung der ESM-Mittel lehnte sie ab.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International