Wirtschaftskrise: Ägyptens Währung auf Talfahrt

Wirtschaftskrise
Ägyptens Währung auf Talfahrt

In etwa zwei Monaten müssen die Ägypter ein neues Parlament wählen. Bis dahin wollen Präsident Mursi und seine islamistischen Mitstreiter ein Rezept gegen den drohenden Staatsbankrott finden.
  • 3

KairoDie regierenden Islamisten in Ägypten stehen vor massiven wirtschaftlichen Problemen. Nachdem die Zentralbank neue Bestimmungen für den Verkauf von Devisen eingeführt hat, geht die Landeswährung, das ägyptische Pfund, auf Talfahrt. Der offizielle Kurs lag am Montag bei rund 6,30 Pfund für einen US-Dollar und damit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

Auch gegenüber dem Euro gab die ägyptische Währung nach. In der vergangenen Woche hatte die Regierung bereits die Devisenausfuhr begrenzt, um den Abfluss von Kapital zu verhindern.

Präsident Mohammed Mursi, der aus der Muslimbruderschaft stammt, bemühte sich, gelassen zu wirken. Staatliche Medien berichteten am Montag, in einem Gespräch mit arabischen Journalisten habe Mursi zum Kursverlust des Pfunds gesagt: „Das macht uns keine Sorgen und jagt uns keine Angst ein, binnen weniger Tage wird es sich wieder stabilisiert haben.“

Die aktuelle Krise hat verschiedene Ursachen. Eine davon ist der Mangel an politischer Stabilität, der abschreckend auf Investoren wirkt. Außerdem denken viele wohlhabende Gegner der Muslimbrüder seit den Wahlsiegen der Islamisten an Auswanderung. Die neuen Devisenausfuhrbeschränkungen sind für sie eine Hürde auf dem Weg in ein neues Leben.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte die Kreditwürdigkeit Ägyptens kürzlich auf B- heruntergestuft. Das ist die gleiche Kategorie, in der sie momentan Griechenland führt.

Der Vorsitzende der radikal-islamistischen Partei für Aufbau und Entwicklung, Tarek al-Summer, sagte nach Angaben lokaler Medien, einer der Gründe für den Verfall der Währung sei die Verzögerung bei den Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF). Die Gespräche über einen 4,8-Milliarden-Dollar-Kredit des IWF waren wegen der politischen Unruhen vor dem Verfassungsreferendum verschoben worden.

 

Kommentare zu " Wirtschaftskrise: Ägyptens Währung auf Talfahrt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 7:30 bis 21 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ach, merken wir auf einmal, dass der "Arabische Frühling" Geld kostet. Fragt mal bei Westerwelle nach. Er gibt bestimmt gerne einige Milliarden unserer Steuergelder zinslos und mit unbegrenzter Laufzeit. Oder versucht es mal mit einen Biss in den Koran. Kann man vielleicht auch Essen, wenn es nicht mehr anders geht.

  • Was soll uns das sagen?
    Wenn die Politik eines Staates der Finanzwelt nicht gefällt, ist der Staat pleite.Ist das auch der Grund warum wegen Grichenland der Finaznwelt soviel Geld zugeschoben wird.
    Aber das EU Volk glaub es lebt in einer Demokratie.

  • „Das macht uns keine Sorgen und jagt uns keine Angst ein, binnen weniger Tage wird es sich wieder stabilisiert haben.“


    Respekt! -Lügen kann er schon nach ein paar Tagen Amtsführung wie ein Großer..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%