Wirtschaftskrise
Arbeitslosigkeit zieht weltweit an

Zehn Prozent aller Amerikaner sind arbeitslos und eine Besserung ist vorerst nicht in Sicht. Weltweit hinterlässt die Wirtschaftskrise ihre Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Die Konjunkturprogramme der Regierungen verhindern bisher das Schlimmste. Doch ein Blick auf die Lage in Frankreich, Spanien, Großbrittanien und den USA stimmt verhalten.
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USA:
Detroit und Wall Street bieten keine Jobs

NEW YORK. Die schwerste Rezession in den USA seit den 1930er-Jahren hat bislang 7,3 Mio. Menschen die Stelle gekostet. Führend bei den Entlassungen waren die Autobauer und die Banken. Allein 2009 haben sie bislang mehr als 200 000 Arbeitsplätze eingespart. Auch wenn die Zahl der Stellen, die monatlich wegfallen, langsam kleiner wird, ist so schnell nicht mit einer echten Erholung zu rechnen. „Wir werden frühestens 2012 die verlorenen Arbeitsplätze wieder haben“, sagte Richard DeKaser, Chef von Woodley Park Research.

Die Hoffnung richtet sich darauf, dass der Stellenabbau langsam abebbt. Für den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht für November erwarten Experten einen Stellenrückgang von 130 000; im Oktober waren es 190 000. Die Arbeitslosenquote dürfte bei 10,2 Prozent stagnieren.

Wie schwierig die Lage ist, zeigt die verhaltene Bereitschaft der Wirtschaft, selbst befristete Arbeitsverhältnisse für die Weihnachtszeit einzugehen. Gegenüber dem desaströsen Vorjahr wird zwar mit einem leichten Plus gerechnet, aber im langfristigen Vergleich wird das Stellenaufkommen wohl mager ausfallen. So plant etwa der Paketdienst UPS für die Weihnachtszeit 2009 mit 25 Prozent weniger Stellen als 2007.

In der Automobilindustrie wird eher mit weiteren Stellenstreichungen gerechnet, an der Wall Street zögert man die Wiederbesetzung von Stellen hinaus. „Wir pfeifen auf dem letzten Loch, aber das wird noch ein halbes Jahr dauern, bis wir wieder richtig einstellen“, sagte der Vertreter einer großen Investmentbank. Grund für die Vorsicht der Arbeitgeber ist vor allem die Skepsis gegenüber der Wirtschaftsentwicklung. Dem will US-Präsident Barack Obama nun entgegenwirken. Ende der Woche wird er bei einem „Jobgipfel“ im Weißen Haus die Konzerne an ihre patriotische Pflicht zur Schaffung von Stellen erinnern.

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