Wirtschaftskrise: Arbeitsmarktreform in Italien soll Stellen schaffen

Wirtschaftskrise
Arbeitsmarktreform in Italien soll Stellen schaffen

Italien will den Arbeitsmarkt flexibler machen und Firmen für Neueinstellungen belohnen, um die ständig steigende Arbeitslosigkeit im Land zu bekämpfen.
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FlorenzIn Italien soll eine Lockerung der Arbeitnehmerrechte zum Abbau der rekordhohen Arbeitslosigkeit führen. Der Vorsitzende der regierenden Mitte-Links-Partei, Matteo Renzi, legte am Mittwoch Pläne für weichere Regeln bei Neueinstellungen und Kündigungen vor. Im Gegenzug sollen Menschen, die ihre Stelle verloren haben, verbesserte Sozialleistungen erhalten. Arbeitgeber wiederum sollen im Gegenzug für Neueinstellungen weniger Steuern zahlen. Renzi steht der Partei von Regierungschef Enrico Letta vor. Er sieht seine Vorschläge als Diskussionsgrundlage an, der bald konkrete Schritte folgen sollen.

Die Arbeitslosigkeit in Italien war am Mittwoch vorgelegten Zahlen zufolge im November auf 12,7 Prozent gestiegen - den höchsten Stand seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1977. Auch die Jugendarbeitslosigkeit erreichte mit 41,6 Prozent einen Höchstwert.

Renzi schlägt unter anderem vor, Arbeitnehmer-Schutzrechte künftig parallel zur Dauer der Betriebszugehörigkeit auszuweiten. Bislang sind fest angestellte Arbeitnehmer quasi von Beginn an unkündbar. Das hat zu einem drastischen Anstieg von weitgehend schutzlosen Arbeitern mit Zeitverträgen geführt.

Einstellungsfreudige Firmen sollen künftig weniger Steuern auf Energie zahlen und anderweitige Vergünstigungen erhalten, während die Steuern auf Finanzgeschäfte erhöht werden sollen. "Wer Jobs schafft, zahlt weniger. Und wer im Finanzsektor tätig ist, zahlt mehr. Das ermöglicht es uns, die Unternehmenssteuer um zehn Prozent zu senken", schrieb Renzi.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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