Wirtschaftskrise
China sieht schon Zeichen der Erholung

Lebensmittelknappheit, 20 Millionen arbeitslose Wanderarbeiter, drohende Unruhen: Angesichts solcher Bedrohungen beschwört Chinas Führung, dass ihre Reformen Früchte tragen. Auf dem Volkskongress versprachen Funktionäre, sie hätten zur Not noch weitere Munition, um das Wachstum anzukurbeln.

HB PEKING. „Die Konjunkturdaten stabilisieren und erholen sich, was zeigt, dass die Maßnahmen erste Erfolge bringen“, sagte Notenbankchef Zhou Yiaochuan am Rande des Nationalen Volkskongresses. China habe von anderen Ländern die Lektion gelernt, dass eine zu langsame Antwort auf die Krise eine Rückkehr des Vertrauens verzögere.

Ministerpräsident Wen Jiabao hatte am Donnerstag das Wachstumsziel von acht Prozent bekräftigt – das gilt als nötig, damit genügend Arbeitsplätze geschaffen und soziale Unruhen verhindert werden können.

In den ärmsten Gebieten des Landes droht wegen der Finanzkrise inzwischen jedoch Lebensmittelknappheit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet. Der Gouverneur der Erdbeben-Provinz Sichuan beklagte zudem ausbleibende finanzielle Unterstützung beim Wiederaufbau und eine galoppierende Arbeitslosigkeit. Bisher finden mindestens 20 Millionen Wanderarbeiter keine Arbeit mehr.

Immerhin habe sich die Situation in den vergangenen Wochen nicht verschärft. „Derzeit, angesichts der Lage vor Ort, öffnen die Firmen nach dem Neujahrsfest ihre Tore wieder, die Beschäftigung zieht an, und es gab keine neue Welle von Wanderarbeitern, die in ihre Dörfer zurückgekehrt sind“, sagte er Zhou. Dennoch sei der Kampf gegen die Armut ins Stocken geraten und die Not in viele Gebiete zurückgekehrt, sagte Vize-Agrarminister Fan Xiaojiang.

Insbesondere die Exporteure leiden unter der Wirtschaftskrise. Im Februar seien die Aus- und Einfuhren um jeweils mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr eingebrochen, zitierte die Zeitung „21st Century Business Herald“ einen nicht genannten Funktionär. Zuletzt hatten Konjunkturdaten ein Anspringen der Wirtschaft signalisiert. So stieg die Kreditvergabe seit November an und erreichte im Januar einen Rekordwert, zugleich deutete sich eine Erholung der Industrie an.

Die Regierung in Peking werde die Entwicklung im Blick behalten, bevor sie über zusätzliche staatliche Maßnahmen entschiede, sagte Zhang Ping, der Chef der nationalen Entwicklungs- und Reformkommission. „Natürlich können wir nicht selbstzufrieden annehmen, dass wir die Auswirkungen der Krise vollständig vermeiden können, oder dass unsere Maßnahmen ausreichen“, sagte er. Dennoch könne China zuversichtlich sein, das Schlimmsten vermeiden zu können, weil sich langfristig die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht fundamental geändert hätten. China hatte im November ein Konjunkturpaket im Volumen von umgerechnet knapp 470 Mrd. Euro aufgelegt.

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