Wirtschaftsreformen
Gutachten fordert heilsamen Schock für Frankreich

Ex-EADS-Chef Gallois fordert einschneidende Wirtschaftsreformen für Frankreich. Sein Gutachten kritisiert die Wettbewerbsfähigkeit – und setzt die französische Regierung mit anspruchsvollen Vorschlägen unter Zugzwang.
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Paris„Auf mich ist keinerlei Druck ausgeübt worden, man hat mich nicht gebeten, auch nur ein Wort zu ändern“, sagte Ex-EADS-Chef Louis Gallois heute Nachmittag bei der Vorstellung seiner Vorschläge für einen „Pakt für die Wettbewerbsfähigkeit der französischen Industrie“.

Ein wenig schmunzeln musste er aber selber, als er nach der Reaktion des Premiers Jean-Marc Ayrault gefragt wurde, der den Gallois-Bericht kurz zuvor in Empfang genommen hatte: „Er hat mir versichert, er finde ihn sehr interessant.“ In Paris gilt es als ausgemacht, dass sich die Regierung nicht an die Vorschläge ihres wichtigsten Beraters halten wird und versucht hat, ihn zu einer weniger ambitionierten Empfehlung zu bewegen.

Der Dissens besteht vor allem beim Tempo und der Höhe einer Entlastung der Industrie von Sozialabgaben, die anfangs durch höhere Steuern, dann durch Einsparungen finanziert werden sollen. Während die Regierung, die am Dienstag ihre Vorstellungen umreißen will, ist Gallois für eine „Schocktherapie“ für Frankreichs Industrie, die ihre „beschleunigte Abdrift“ stoppen und ihr mittelfristig zu mehr Wettbewerbsfähigkeit verhelfen soll.

Der Unternehmer, der bis Mitte des Jahres die Airbus-Mutter EADS führte, empfiehlt eine Verringerung der Lohnnebenkosten der Unternehmen um 20 Milliarden Euro in ein oder zwei Jahren, zusätzlich sollen die Sozialabgaben der Arbeitnehmer im selben Zeitraum um zehn Milliarden verringert werden.

Finanziert werden soll das unmittelbar über einen höheren Solidarzuschlag (CSG, eine ähnlich wie die Einkommensteuer wirkende Abgabe), sowie eine CO2-Steuer und einen erhöhten mittleren Satz der Mehrwertsteuer. Später dann sollen Einsparungen die Steuererhöhungen ersetzen. „Die Abgaben in Frankreich sind sehr hoch, weil die Staatsausgaben sehr hoch sind“, stellte Gallois in seinem typisch schnörkellosen Stil fest.

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Gutachten fordert heilsamen Schock für Frankreich

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„Das wird nicht jedem gefallen“

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IWF stimmt in Gallois-Kritik ein

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  • 100%ige Zustimmung

    ..es stellt aber leider die Frage nach der Souveränität..

  • Wow...*
    Sie sind ein Hellseher.
    Hollande ist gerade sechs Monate im Amt und sie sehen schon, dass er gescheitert ist.
    Und Obama soll ein Kommunist sein ?

  • @John2Doe

    Konkreter: Die FRANZÖSISCHEN Grossbanken waren und sind traditionell und somit überproportional stark in PIGS investiert - soweit richtig.

    Die Commerzbank war als größter deutscher Hauptgläubiger per DEPFA mit knapp 8 Mrd in Griechenland dabei, im Franklreich-Vergleich geringwertig. Die Deutschen Banken hätten Griechenland also herzigst simpel ausbuchen können, von mir aus noch gestützt mit einem nationalen Sonderfonds - da wären wir mit paar Milliardchen draußen gewesen.

    Was aber haben wir jetzt? Hunderte Milliarden an EFS, ESM, direkter Hilfe - und per EZB den reifenden Super-GAU, der in bälde auch unsere Bonität stürzen lässt.

    Und DAS meine ich mit mangelnder Selbstbestimmung: Das Unvermögen, ein absehbar selbstzerstörerisches, destruktives Einbringen in die Partnerschaft ZU VERWEIGERN. Einfach mal NEIN sagen. Solch selbstlose Selbstverleugnung wollt ich mal von den Briten sehen, oder den Franzosen, oder den Italiener...

    Merken Sie was? Nur die Deutschen machen den Super-Deppen, finnische Schule täte uns da besser.

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