Wirtschaftswachstum
Monti sieht blühende Zukunft für Italien

Italiens Ministerpräsident Mario Monti trotzt der Rezession. Er sagte in einem Fernseh-Interview, das kommende Jahr werde sein Land ins Plus führen. Eine genaue Prognose gab er nicht - aber einen Grund.
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New YorkItaliens Wirtschaft wird nach Aussagen von Ministerpräsident Mario Monti im kommenden Jahr wieder wachsen. Dies sei auf sinkende Zinsen für das Land zurückzuführen, sagte Monti im Interview mit dem TV-Sender CNBC, das bereits am Samstag in Italien aufgenommen und am Montag in den USA ausgestrahlt wurde.

"Grund für dieses Wachstum werden sinkende Zinsen sein, weil die unangemessen hohen Zinsen auf italienische Staatsanleihen noch nicht die besseren Fundamentaldaten der italienischen Wirtschaft und der Staatsfinanzen widerspiegeln." Eine genaue Prognose für 2013 nannte Monti nicht.

Italien befindet sich derzeit in einer Rezession. Die Wirtschaft schrumpfte von April bis Juni bereits das vierte Quartal in Folge. Experten gehen davon aus, dass Italiens Bruttoinlandsprodukt 2012 zwischen zwei und 2,4 Prozent sinken wird.

Italien könnte einer der Profiteure des Anleihenkaufprogrammms der Europäischen Zentralbank sein. Die EZB hatte am Donnerstag ein Programm zum Ankauf von Staatsanleihen angekündigt, mit dem die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten gesenkt werden sollen. Bedingung für die Teilnahme ist, dass die Länder mit den Euro-Rettungsschirmen verbundene Reformauflagen akzeptieren.

Der italienische Wirtschaftsminister Vittorio Grilli hatte am Samstag erklärt, die Regierung in Rom habe nicht die Absicht, sich um das Angebot der Europäischen Zentralbank zu bemühen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Seit circa 18 Jahren hat Deutschland einen Leistungsbilanzüberschuss von durchschnittlich 17 Milliarden Euro pro Monat. In diesen 17 Jahren konnte Deutschland, als stärkste EU-Wirtschaft, diesen Leistungsbilanzüberschuss überwiegend in der Währungsunion und vor allem dank der Überschuldung der Länder Südeuropas erreichen.
    Besonders verhängnisvoll war dass die Gewinne, die deutsche Konzerne in diesen Länder erzielt haben, überwiegend ins Nichteuroausland und z.T. in den ehemaligen Ostblockländer reinvestiert wurden, und nicht in den Euro-Länder wo sie erzielt wurden. Dies kommt einer legalen Kapitalflucht aus diesen Ländern gleich und ist für die hohe Jugendarbeitslosigkeit in diesen Länder Mitverursacher. (Spanien, Portugal, Griechenland über 50%, Italien nur etwas besser)
    Durch die Überflutung mit deutschen Industrieprodukte ist auch die Industrie dieser Ländern (besonders Italiens) stark geschrumpft, während die Deutschlands stark gewachsen ist.
    Auf diese Weise wurde auch das Wirtschaftskraft Europas gegen Osten verschoben, Deutschland dadurch selbst zum Zentrum.
    Erstaunlich ist vor allem dass Frankreich, das einzige Land das diese Entwicklung hätte verhindern oder mindestens etwas bremsen können, dies zugelassen und sogar unter Sarkozy sie unterstützt hat. Erst jetzt scheint es den Franzosen ein Licht aufzugehen. Leider spät, vielleicht zu spät um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion, die die Franzosen in erster Linie gewollt haben, zu verhindern! Diese Entwicklung war vorauszusehen, durch die EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse den anderen EU-Länder diktiert, waren die schwächere Euro-Länder der stärkeren Industrie Deutschlands ausgeliefert.

  • Italien erhält (noch) keine direkten Hilfen, stimmt.

    Aber Italien hat seit Einführung des Euro Jahr für Jahr den Vertrag von Maastricht massiv gebrochen, indem es sich einen fast doppelt so hohen Schuldenstand wie zulässig leistete (Tendenz steigend). In der Folge ist Italien (neben Spanien) der wesentliche Grund dafür, dass die Rettungsschirme immer weiter aufgebläht werden müssen, dass die EZB sich weigert, ihre Aufgabe der Inflationsbekämpfung wahrzunehmen und stattdessen die Ersparnisse der Bürger gefährdet und auch dafür, dass dieses Europa immer mehr zur Rechtsbruchunion verkommt.

    Wenn ein Herr Monti vor diesem Hintergrund nach ein paar Reförmchen verkündet, Italien habe genug gespart und die EZB solle nun gefälligst auf Kosten der Steuerzahler und Sparer anderer Länder die italienischen Zinszahlungen subventionieren, so ist das gelinde gesagt eine bodenlose Frechheit. So kann Zusammenarbeit nicht funktionieren. Es wird immer deutlicher, dass die Abwicklung des Euro alternativlos ist.

  • Italien ist nach Frankreich und Deutschland der 3. größte Nettozahler der EU, also wenn man keine Ahnung hat, mal mit schweigen versuchen. Außerdem bekommt Italien keine Hilfszahlungen aus der EU^^ aber Hauptsache Maul aufreißen, man muss ja über Andere motzen.

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