Wirtschaftsweiser
Bofinger befürwortet Euro-Bonds

Nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger sind europäische Staatsanleihen unumgänglich. Für Deutschland könnte das sogar von Vorteil sein.
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DüsseldorfDer Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält eine Lösung der europäischen Schuldenkrise ohne gemeinsame Staatsanleihen der Euro-Staaten für illusorisch. „Wir werden erst Ruhe bekommen, wenn wir die Euro-Bonds kriegen“, sagte Bofinger der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstag).

„Sie müssen verknüpft werden mit einer strikten Budgetkontrolle für die einzelnen Staaten durch die EU-Kommission und das EU-Parlament“, forderte das Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Für Deutschland seien Euro-Bonds am Ende günstiger als der jetzt eingeschlagene Weg der Ausweitung der Euro-Rettungsschirme. „Deutschland muss ja jetzt schon mit riesigen Beträgen haften“, warnte Bofinger.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Wirtschaftsweiser: Bofinger befürwortet Euro-Bonds"

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  • Hurra, Bofinger ist unter die Hobbyköche gegangen:

    „Wenn Sie Eier, Wasser und Mehl zusammenrühren, kommen dabei nicht 50 Prozent Mehl, 25 Prozent Wasser und 25 Prozent Wasser heraus, sondern ein Teig für Spätzle. Es entsteht etwas Neues, und so wäre es auch beim Euro-Bond.“
    Peter Bofinger ( *1954), Wirtschaftswissenschaftler, Hobbykoch
    Quelle: DER SPIEGEL

  • # „Sie müssen verknüpft werden mit einer strikten Budgetkontrolle für die einzelnen Staaten durch die EU-Kommission und das EU-Parlament“ …
    Selten so gelacht, Herr Bofinger. Träumen Sie gern weiter von vernünftigen Politikern. #

    So etwas Verträumtes wie Bofinger läuft selten auf der Welt herum. Hat gar nicht mitbekommen, wie Jean-Claude Juncker, der oberste Wächter der Eurozone, zusammen mit EU-Bürokratie und korrupten ClubMed-Politikern von Griechenland bis Frankreich permanent den Art.125 AEUV gebrochen und so aus der geplanten Leistungsunion eine Schuldenunion gemacht haben. Und Eurobonds und ESM würden das noch verschlimmern – wenn sie noch Gelegenheit bekommen. Vielleicht ist der Euro schon vorher durch diese Eurokapitalisten kaputt gemacht worden.

  • Vor einem Jahr war Bofimger noch bei klarem Verstand und hat am 10.11.10 im faz.net gesagt (Auszug):

    FAZ Die Deutschen haben sich gemerkt: Wir müssen sparen, weil wir für unser Alter vorsorgen müssen. So ein Überschuss ist doch nicht falsch!

    BOF Die Deutschen haben unheimlich viel gespart, aber das nicht im eigenen Land investiert, sondern Geldvermögen in anderen Ländern aufgebaut. So entsteht ein Überschuss.

    FAZ Und was soll daran das Problem sein?

    BOF Vor zehn Jahren hätte ich noch gesagt: nichts. Aber das Problem an diesem Modell ist, dass das Geld nicht gut investiert war. Ein großer Teil davon ist über die Banken in amerikanische, irische oder spanische Subprime-Papiere und südliche Staatsanleihen geflossen. Diese Papiere sind jetzt fast wertlos, gerade weil diese Staaten so überschuldet waren. Wir haben zehn Jahre lang geschuftet und uns eingeschränkt - und jetzt haben wir davon nur Forderungen mit zweifelhaftem Wert.

    FAZ Was sollten die Deutschen stattdessen tun? Weniger sparen?

    BOF Nein, anders sparen, nämlich im Inland. Zum Beispiel in Immobilien. Der Staat könnte auch Schulden bei seinen Bürgern machen, so das Geldvermögen zu sich holen und damit neue Investitionen finanzieren. Er sollte in Infrastruktur und Bildung investieren, damit wir in 10 oder 15 Jahren eine hochleistungsfähige Wirtschaft haben. Wenn die Konjunkturprogramme erst einmal ausgelaufen sind, investiert der Staat viel zu wenig - seine Investitionen sind kleiner als die Abschreibungen auf den Altbestand.

    KOMMENTAR: Eurobonds bewirken genau das Gegenteil. Unser Geld fließt weiter gen Süden, anstatt bei uns im Lande gutes zu tun: Höhere Löhne, Infrastrukur, Bildung ...

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