Witali Tschurkin
Russlands Uno-Botschafter überraschend gestorben

Russlands Uno-Botschafter Witali Tschurkin ist tot. Der Spitzen-Diplomat sei überraschend auf seinem Posten in New York verstorben, teilte Moskau mit. Russland trauert um eine Schlüsselfigur seiner Diplomatie.
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New YorkRusslands UN-Botschafter Witali Tschurkin ist überraschend gestorben. Der Top-Diplomat und frühere Vizeaußenminister sei am Montag bei der Arbeit in New York gestorben, teilte das russische Außenministerium in Moskau mit. US-Berichten zufolge hatte Tschurkin in seinem Büro in Manhattan plötzlich Herzprobleme. Eine Bestätigung der Behörden zur Todesursache lag zunächst nicht vor.

Präsident Wladimir Putin habe die Nachricht mit großer Trauer aufgenommen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Putin habe das diplomatische Talent Tschurkins sehr geschätzt, sagte Peskow der Agentur Interfax.

Bei den Vereinten Nationen in New York war die Trauer ebenfalls groß. „Der Tod des Botschafters hat uns geschockt und tief traurig gemacht“, sagte Peter Thomson, der derzeitige Präsident der UN-Vollversammlung. „Wir haben eines der respektiertesten und einflussreichsten Mitglieder der UN-Familie verloren.“ Auch die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats teilten mit, sie seien „zutiefst traurig“. Auch andere UN-Diplomaten zeigten sich nach dem überraschenden Tod Tschurkins bestürzt.

Tschurkin sei in der kurzen Zeit seit ihrem Amtsantritt immer ein „freundlicher Kollege“ gewesen, sagte die US-Botschafterin bei den UN, Nikki Haley. „Wir haben nicht immer die gleiche Meinung gehabt, aber er hat die Positionen seines Landes ohne Frage außerordentlich gut vertreten.“ Haleys Vorgängerin Samantha Power schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, sie sei „am Boden zerstört“. Tschurkin sei ein „diplomatischer Meister“ gewesen und ein „sehr mitfühlender Mann, der alles getan hat, was er konnte, um die Differenzen zwischen den USA und Russland zu überbrücken“. Auch Dutzende weiterer UN-Kollegen sprachen ihr Beileid aus.

Seit 2006 war Tschurkin Gesicht und Stimme Russlands bei den Vereinten Nationen. Auf dem diplomatischen Parkett war er als harter Verhandlungspartner und schlagfertiger Redner bekannt, der etwa Russlands im Westen kritisierte Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim von 2014 mit scharfen Worten verteidigte.

Im Laufe seiner mehr als 40-jährigen Karriere hatte Tschurkin zahlreiche strategische Posten im Ministerium in Moskau inne. Von 1992 bis 1994 war er stellvertretender Außenminister, anschließend diente er vier Jahre als Botschafter bei der Nato und in Belgien.

„Er war ein großer Diplomat, eine außergewöhnliche Persönlichkeit“, schrieb Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bei Facebook. „Wir haben einen lieben Menschen verloren.“ Vizeaußenminister Sergej Rjabkow meinte, es werde schwer Tschurkin zu ersetzen. Auch die russische Botschaft in den USA sprach von einem großen Verlust. Der Verteidigungspolitiker Viktor Oserow sagte, er hoffe, Tschurkin werde ein Vorbild für jüngere Diplomaten sein.

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Ein Diplomat wie ein „Stahlarbeiter“

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