Wjatscheslaw Ponomarjow
Der Wortführer der Separatisten

Schwarze Trainingsjacke, Zahnlücken und verstümmelte Hand: Wjatscheslaw Ponomarjow ist vielmehr Revolutionär als gestandener Politiker. Der selbsternannte Bürgermeister von Slawjansk diente in der Sowjetarmee.
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SlawjanskNoch bis vor kurzem hat den 49 Jahre alten Wjatscheslaw Ponomarjow aus der ostukrainischen Großstadt Slawjansk kaum jemand gekannt - und schon gar nicht in der Weltpolitik. Doch seit der selbst ernannte „Volksbürgermeister“ der 120 000- Einwohner-Stadt jetzt deutsche Militärbeobachter und andere Ausländer in seiner Gewalt hat, muss sich nun sogar die internationale Politik mit dem prorussischen Separatisten befassen.

Selbstbewusst fordert der frühere Geschäftsmann, der am 2. Mai 1965 - noch zu tiefsten Sowjetzeiten - in Slawjansk zur Welt kam, seine Anhänger im Austausch für die Militärbeobachter freizulassen. An seinem 49. Geburtstag organisierte er am Freitag die Verteidigung der Großstadt gegen ukrainische Regierungseinheiten.

Erst Mitte April hatte Ponomarjow die politische Bühne betreten. Im Geist sei er ein echter Revolutionär, meinte nach Angaben russischer Medien einmal sein Geschäftspartner Iwan Degtjar. Der holte ihn einst als Miteigentümer in seine Seifenfabrik.

Der untersetzte Mann mit dem Stiernacken und geschorenem Haar tritt gern bürgernah in einer schwarzen Trainingsjacke auf. Dass ihm einige Zähne sowie an seiner linken Hand Zeige- und Mittelfinger fehlen, werteten Beobachter zuletzt als Zeichen eines bewegten Lebens.

Nach dem Dienst in der Sowjetarmee und in der Marine und dem Zerfall des Kommunismus verdiente er in den chaotischen 1990ern mit verschiedenen Geschäften Geld, handelte zeitweilig auch mit Autos und Immobilien. Sich selbst bezeichnete der geschiedene Ponomarjow in Interviews als bescheiden. Was er an Geld verdiene, gebe er seiner Mutter und seinem Sohn zum Leben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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