Wladimir Putin
„Wenn die Menschen es wollen, bleibe ich zwölf Jahre Präsident"

Unmittelbar vor Russlands Präsidentschaftswahl erklärt Wladimir Putin im Interview mit dem Handelsblatt, wie er mit Reformen mehr Investoren ins Land holen will - und warum die Protestdemonstrationen gut sind.
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MoskauWladimir Putin will sein Land wieder zu alter Stärke führen. Mit Reformen und massiven Investitionen hofft der russische Noch-Ministerpräsident, der am Sonntag erneut für das Amt des Staatspräsidenten kandidiert, den Anschluss an die führenden Wirtschaftsnationen zu finden. Sein Ziel: ein Platz unter den ersten fünf Wirtschaftsnationen. Putin traf sich Donnerstag Abend in seiner Residenz außerhalb Moskaus zu einem zweieinhalbstündigen Gespräch mit den Chefredakteuren von „Le Monde“, „La Repubblica“, der „Times“ und dem Handelsblatt.

Putin gab sich selbstbewusst und betonte: „Unsere Wirtschaftsdaten zählen zu den besten der Welt.“ Russland habe die im Jahr 2007 ausgebrochene Finanzkrise gut überstanden und seine Wirtschaftsstruktur sogar stärken können. Putin kündigte verstärkte Anstrengungen an, um ausländische Investoren ins Land zu holen. So plane er auch weitere Privatisierungen. Allerdings wolle er kein Staatseigentum verschleudern. Bislang schreckt die ausufernde Bürokratie viele Investoren von einem Engagement in Russland ab.

„Wir müssen das Investitionsklima verbessern. Dafür müssen wir das Steuersystem ändern, um nicht nur von Gas und Öl abhängig zu sein.“ Noch hängt die Wirtschaftskraft des Landes stark von seinen gigantischen Rohstoffvorkommen ab. Öl und Gas machen mehr als zwei Drittel des gesamten russischen Exports aus. Insgesamt liegt Russland, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, auf Platz neun der Weltrangliste der Wirtschaftsmächte, hinter Italien und vor Indien.

Der Premier plant zudem staatliche Milliardeninvestitionen, um moderne Industrien in Russland anzusiedeln. Dabei liegt sein Augenmerk auf der Pharma-, der Chemie-, der Luftfahrtindustrie und den Kommunikations- und Nanotechnologien. Bislang sind russische Unternehmen in diesen Branchen kaum wettbewerbsfähig. Eine zentrale Rolle soll aber auch künftig die Rüstungsindustrie spielen, in die Putin in den nächsten zehn Jahren 575 Milliarden Euro investieren will.

Das vollständige Interview mit Wladimir Putin erscheint am Montag im Handelsblatt.

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  • Das Zitat hat "JoeFinger" gegolten, weil man hier fragen muss, was bei uns anders ist, außer, dass es die Leute nicht mitbekommen. Auch nicht, dass jeder neue deutsche Kanzler die Kanzlerakte zu unterschreiben hat, die die Unselbständigkeit der deutschen Nation gegenüber den USA bestätigt. Dass die CIA Kritiker so entführen darf (auch aus Deutschland!), dass diese einfach als verschwunden und als künftig unauffindbar gelten, dürften die meisten Bürger Deutschlands als das abtun, was es eben leider nicht ist: Verschwörungstheorie!

    Mit der EU wird das alles ins Extreme getrieben, wobei sich die EU-Bonzen ihre Gesetze selbst kreieren, damit auch die verachtenswertesten Schweinereien während der Amtszeit (auch im Bereich des Privaten!) bis ans Lebensende nicht verfolgt werden dürfen, während jeder Kleinganove für Jahre hinter Gitter kommt.

    In Österreich läuft derzeit ein EU-Austrittsbegehren, dass dem Volk von allen Medien verschwiegen wird, damit nicht genügend Leute zur Gemeinde gehen, um dieses zu unterschreiben - aber es liegt zumindest auf, was bei uns noch fehlt!

  • Ich zitiere Olli:

    "Obwohl ja schon vorgesorgt worden ist, weil im Lissabon-Vertrag geregelt steht, dass Demonstrationen gegen die nicht gewählte europäische Bürokratie und/oder die Gewalt gegen die Regierungen der Mitgliedsstaaten mittels Waffengewalt niedergeschlagen werden muss. Konkret: Auf dich als Demonstrant darf scharf geschossen werden. Deshalb werden auch solche Blog-Beiträge vom BND kontrolliert und gespeichert. "

  • Diese Stabilität wird erreicht indem man Kritiker einfach ins Gefängnis steckt. Medjedev selbst hat darüber gesprochen.

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