Wladimir Putin zur Ukraine
Verhalten Kiews „hat etwas von Völkermord“

Wladimir Putin verschärft im Ukraine-Konflikt erneut den Ton. Das Vorgehen Kiews gegenüber der Bevölkerung der Ostukraine erinnere an einen „Genozid“. An der Grenze zu Estland und Lettland startete Russland Manöver.
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Moskau/BerlinFür den russischen Präsidenten Wladimir Putin erinnert das Verhalten der Regierung in Kiew gegenüber der Bevölkerung in der Ostukraine an einen „Genozid“. Vor der Presse in Moskau sagte der Staatschef am Mittwoch, in der Region gebe es bereits Hunger und die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) spreche von einer humanitären Katastrophe. In dieser Situation die Menschen von Erdgaslieferungen abzuschneiden, „hat schon etwas von Völkermord“, zitierte ihn die Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Putin äußerte sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem zyprischen Präsidenten Nicos Anastasiades. Russland hatte vor zehn Tagen damit begonnen, von prorussischen Rebellen kontrollierte Gebiete in der Ostukraine mit Erdgas zu beliefern. Die Rebellen hatten zuvor mitgeteilt, die von ihnen gehaltenen Gebiete würden nicht mehr vom ukrainischen Gaskonzern Naftogas beliefert.

Gleichzeitig startete Russland einen Tag nach der Teilnahme der Nato an einer Militärparade zum estnischen Unabhängigkeitstag ein mehrtägiges Manöver an der Grenze zu Estland und Lettland. Die Übungen mit rund 2000 Soldaten in der Region Pskow seien bis Samstag vorgesehen, sagte die Sprecherin des russischen Verteidigungsministeriums, Irina Kuglowa, der Nachrichtenagentur AFP. Einer der Höhepunkte wird demnach der Massenabsprung von Fallschirmjägern sein. Seit Beginn der Ukraine-Krise hat Russland immer wieder mit Militärmanövern seine ehemals sowjetischen Nachbarn sowie den Westen provoziert.

Am Dienstag hatten rund hundert britische, spanische, lettische und litauische Soldaten an der Seite von rund 1300 estnischen Kameraden an einer Militärparade zum Unabhängigkeitstag teilgenommen. Auch zwei US-Panzerfahrzeuge sowie mehrere niederländische Panzer beteiligten sich an der Parade in Narva direkt an der Grenze zu Russland. Kommentatoren sahen darin ein deutliches Signal an Russland, dass sich die Nato ihrer Bündnistreue verpflichtet fühlt. Litauen kündigte am selben Tag an, wegen des Ukraine-Konflikts vorübergehend wieder die Wehrpflicht einzuführen.

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  • Putin sieht Genozid an der Ostukraine
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    Kiew will kein Gas mehr an Neurussland (Donezk, Luhansk und Debalzewe) liefern.
    Warum sollte es auch? Diese Städte gehören zu Russland. Soll Putin sie doch mit Gas versorgen.
    Außerdem hat Warlord Putin der Ukraine gedroht, kein Gas mehr zu liefern.

  • Oh ja, das kenne ich! Allerdings beömmeln meine Kollegen und ich uns eher über die abstrusen Kommenare von Frau Helga und Konsorten. Herrlich... :-)

  • In Debalzewo wurde amerikainsches Kriegsgerät gefunden!

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