In deutschen Kommunalverwaltungen wird Cybermoor wohl eher für Unverständnis sorgen. Das Computermagazin „Chip“ fragte im Sommer nach, wie es denn aussehe mit Plänen für flächendeckende Funknetze in deutschen Großstädten, die schnellen Webzugang über WLan-Technik ermöglichen. Stellvertretend für das Ergebnis die Antwort aus Frankfurt: „Der Magistrat hat festgelegt, dass die Versorgung nicht Aufgabe der öffentlichen Hand ist.“
Eine Meinung, die andere nicht teilen. Egal ob San Francisco, Philadelphia, Leiden, London oder Pau – quer über den Globus versuchen Lokalpolitiker, schnelle Internetverbindungen zu geringen Kosten, oft sogar gratis, allgegenwärtig zu machen. Der französische Politberater und Internetvordenker Jean Michel Billaut meint: „In einer Demokratie muss das Netzwerk der öffentlichen Verwaltung gehören – genauso wie die Straßen. Und wir brauchen einen offenen Zugang für alle Bürger.“
So sieht es auch Rolf Lührs vom Technologie-Transfer-Berater Tutech in Hamburg: „Flächendeckende Internetzugänge sollten in jedem Fall eine hohe kommunalpolitische Priorität haben. Dass sich Investitionen in die kommunikative Infrastruktur mittelfristig auch finanziell auszahlen, zeigt das Beispiel Alston ja eindrucksvoll.“
Und: „Eine intelligente Nutzung des Internets bietet gerade solchen Kommunen enorme Chancen, die in Deutschland sonst eher benachteiligt sind. Informationstechnologie ist ein Innovationsfaktor – nicht nur in wirtschaftlicher, sondern auch in sozialer Hinsicht.“
Ein Bremser ist allerdings die EU. „Investitionen in Breitband-Netze sind vor allem eine Sache für private Unternehmen“, meint Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes.
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