Und was, wenn die Telekomkonzerne sich querstellen? Auch dafür liefert Alston eine Lösung – und damit beginnt der zweite, nicht weniger spannende Teil der Geschichte.
Nach drei Jahren waren die Zuschüsse der britischen Regierung für Cybermoor ausgelaufen. Wieder fand Heery eine Lösung: Aus dem Projekt wurde eine Genossenschaft. Die fast 700 Kunden zahlen heute zwischen acht und 20 Pfund monatlich für ihren Anschluss und sind gleichzeitig Anteilseigner ihres Dienstleisters. Allein: Das Geld würde nicht reichen für den Betrieb des Netzes. „Wir müssen unsere Kreativität nutzen“, gibt Heery vor.
Und so bewirbt sich Alston nicht nur als Berater für andere Kommunen. Die Abgeschiedenheit macht den Ort zum idealen Testgebiet für neue Technik. Bald schon soll ein Gesundheitsprojekt über das Internet starten: Dann werden ältere Menschen von daheim aus Beratung erhalten und müssen sich nicht mehr auf den teilweise beschwerlichen Weg zum Arzt machen. Auch will Heery den Ort anbieten als Marktforschungsareal für neue Produkte.
Mit den Überschüssen dieser Geschäfte soll das nächste Großprojekt finanziert werden. Heery träumt von einer noch schnelleren Onlineverbindung in der Region. Dafür wären aber Glasfaserkabel und die Funktechnologie WiMax nötig. „British Telecom sagt, das ist nicht machbar“, sagt Heery: „Dann müssen wir es halt wieder selbst machen.“


