Wo steckte Putin?: Der Verschollene ist wieder da

Wo steckte Putin?
Der Verschollene ist wieder da

Kremlchef Putin mischte die Welt auf – und verschwand plötzlich tagelang von der Bildfläche. Spekulationen über Krankheiten und Baby-Gerüchte kursierten. Doch es könnte noch andere Gründe für das Abtauchen geben.
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DüsseldorfFür Putin-Fans war der Sonntag ein Festtag: Hart in der Sache und mit einer gehörigen Portion Pathos plauderte der Kremlchef über die Annexion der Krim vor einem Jahr. Der russische Fernsehsender Rossia 1 strahlte die Dokumentation aus, in der Putin gesund und munter über die militärische Stärke Russlands und die Bedrohungen durch den Westen schwadronierte. Der Haken: Das Interview war aufgezeichnet, ein Trailer bereits vor einer Woche veröffentlicht worden. Als Beleg, dass Putin tatsächlich gesund und munter ist, taugt die Sendung folglich nicht.

So durfte spekuliert werden: Wie geht es Putin, und wo steckt er überhaupt? An diesem Montag tauchte er wieder auf. Mit der Präsidentenmaschine flog er nach Sankt Petersburg. „Es wäre langweilig, wenn es keinen Tratsch gäbe“, kommentierte er die Gerüchte. Eine Erklärung für seine tagelange Abwesenheit blieb er schuldig.

Bis zu seinem heutigen Auftritt liegt sein letzter verbürgter öffentlicher Auftritt schon elf Tage zurück. Am 5. März traf sich der Kremlchef mit Italiens Präsident Matteo Renzi. Sechs Tage später sagte Putin eine Reise nach Kasachstan ab – seitdem brodelte es in der Gerüchteküche.

Von einer schweren Krankheit ist die Rede, die Putin von der Bildfläche verschwinden ließ. „Es sieht so aus, als sei Putin krank geworden“, hatte ein Mitarbeiter der kasachischen Regierung erklärt. Ukrainische Medien gehen noch weiter und spekulieren bereits über den Tod des Präsidenten. Als Indiz reichen ihnen Militärhubschrauber, die angeblich über dem Kreml gesichtet wurden.

Der österreichische „Kurier“ wiederum berichtete am Sonntag, Putin werde derzeit von einem österreichischen Orthopäden behandelt. Dieser sei extra nach Moskau gereist, um den Staatschef wegen Rückenproblemen zu therapieren.

Mittlerweile hat es die Kreml-Pressestelle aufgegeben, die Meldungen zu kommentieren. „Das Thema ist beendet“, hieß es aus Moskau. Noch am Donnerstag hatte Sprecher Dmitri Peskow der Nachrichtenagentur AP gesagt, Putins Gesundheit sei „wirklich perfekt“. Auf die Frage, ob Putin denn noch einen festen Händedruck habe, sagte Peskow lachend: „Er bricht dir die Hand.“ Am Freitag wurden auf der Kreml-Website Fotos von Putin veröffentlicht, die am Dienstag und Mittwoch bei diversen Terminen aufgenommen worden sein sollen.

Doch damit endeten die Spekulationen um den mächtigen Staatsmann nicht: Prompt machten Gerüchte die Runde, Putin habe Termine verschoben, weil er Vater geworden sei. Wieder dementierte Sprecher Peskow: „Diese Informationen entsprechen nicht der Wirklichkeit“, sagte er der russischsprachigen Ausgabe des Magazins „Forbes“. Im Scherz fügte er hinzu: „Ich plane, mich an Menschen mit viel Geld zu wenden, um eine Belohnung für die beste Medien-Ente auszuloben.“

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Rotznase passt nicht ins Bild

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  • Verbleib Putins in der letzten Woche?
    Ist es so ungewöhnlich, wenn ein werdender und deshalb besorgter Vater bei der werdenden Mutter seines Kindes weilt?
    Fragen Sie mal in Lugano nach! Dass ein solches weltbewegendes Ereignis der internationalen Presse entgeht, ist schon sehr merkwürdig.

  • Putin sieht ein wenig "speckig glänzend" auf seiner Glatze mit leichtem Hang zur Akne aus. Oft auch eine Facette, wenn sich als Narzisst zuviel mit seinem Äußern befasst. Putins Macht bekommt Risse!

  • Die USA schwadronieren schon Aufstände in Russland herbei, dabei gibt es in Ferguson USA schon eine US Intifada, nicht nur Schwarze beginnen mit dem Zerreißen von US Fahnen und in Europa zeigen sich Finanzminister den Stinkefinger.
    Ach ja, Frau Nudelmann bereist und bescheißt uns! Herrliche Zustände und alles Gründe für Putin cool und gelassen zu bleiben der Westen zerlegt sich selbst, der Elefant trampelt seinen Porzellanladen kurz und klein und trompetet gen Osten.
    Es wäre ja eigentlich schön, wenn nicht die Normalbürger am meisten vom Desaster abbekommen würden.

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