Griechenland

„Noch nicht über dem Berg“

In Athen wurde gerade erst das nächste Sparpaket verabschiedet. Doch Entwarnung will Bundesfinanzminister Schäuble bei Griechenland noch nicht geben. Auch die Freigabe weiterer Hilfen sieht er so schnell nicht kommen.
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Wir sind in Griechenland noch nicht über den Berg.“ Quelle: dpa

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „Wir sind in Griechenland noch nicht über den Berg.“

(Foto: dpa)

HamburgBundesfinanzminister Wolfgang Schäuble erwartet keine rasche Entscheidung über die Freigabe weiterer Finanzhilfen für das pleitebedrohte Griechenland. "Ich fürchte, dass wir in der kommenden Woche noch keine Entscheidung zu Griechenland treffen können", sagte Schäuble am Donnerstag bei einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" in Hamburg. Gründe dafür nannte er nicht.

Das griechische Parlament hatte in der Nacht zu Donnerstag mit hauchdünner Mehrheit ein weiteres Spar- und Reformpaket verabschiedet. Mit dem Votum soll der Weg freigemacht werden für die nächste Hilfstranche von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Höhe von 31,5 Milliarden Euro. Ohne dies stünde das Land vor der Staatspleite. Am Montag kommen die Euro-Finanzminister in Brüssel zusammen, um über das weitere Vorgehen bei Griechenland zu beraten.

"Wir sind in Griechenland noch nicht über den Berg", sagte Schäuble in Hamburg. Es wäre zu früh, Entwarnung zu geben. Schäuble hatte bereits am Vortag nach Angaben von Teilnehmern im Bundestags-Haushaltsausschuss zu erkennen gegeben, er rechne nicht mit einer Sondersitzung des Bundestags zu Griechenland schon kommende Woche. Ohne grünes Licht des Parlaments darf sich die Bundesregierung nicht an weiteren Hilfen beteiligen.

 
  • rtr
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14 Kommentare zu "Wolfgang Schäuble: „Sind in Griechenland noch nicht über den Berg“"

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  • @whoknows
    Das hat nichts mit Trauer zu tun. GR hat seine Bürger jahrzehntelang absichtlich dumm gehalten. Religion als Hauptfach, TV-Sender weit unterhalb des Niveaus von RTL usw. usw. zeigen jetzt Wirkung.
    WOHER sollen sie denn wissen, was eigentlich passiert? Sie werden doch täglich von ihren Politikern aufs Neue verschaukelt.
    Wenn man ihre Löhne kürzen will, sind sie empört und sagen „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ - und sie meinen damit EUROPA! Sie denken, da irgendwo in der reichen EU steht ein Topf mit Geld, viel Geld, und es sei die Aufgabe der EU-Politiker, das Geld aus diesem Topf gleichmäßig an alle zu verteilen. „Warum sollen wir griechische Beamte weniger verdienen als die niederländischen Beamten, wir tragen doch die gleiche Verantwortung!“ DAS ist die griechische Logik.
    Hier wurde jahrzehntelang ein Sozialismus mit EU-Geld veranstaltet. Für die Griechen war das ganz selbstverständlich („Wir sind doch in Europa!“), alles hatte doch in ihren Augen seine Ordnung.
    Es fehlte jedes Unrechtsbewusstsein.
    Inzwischen ist vielen Griechen klar geworden, dass sie niemals von diesen Schulden herunter kommen werden und dass ihnen ein ewiges EU-Gängelband droht.
    Es STEHT IHNEN ZU, sich frei für eine andere Währung zu entscheiden.
    Wenn man ihnen diese Möglichkeit und das Recht nimmt, riskiert man demnächst einen Bürgerkrieg oder gar einen Militärputsch mitten in Europa.
    Will man das?

  • Leute, ganz locker. Wollen wir uns nicht über Griechenland und die restlichen europäischen Schuldenstaaten beklagen, wenn wir den Schuldenberg in den USA sehen. Im Verhältnis zu den USA sind die kranken Länder Europas nur ein Vorgeschmack davon, wenn es bei den Amerikanern kracht. Klar blutet Deutschland kräftig bei einem Staatsbankrott der Griechen. Aber was für globale Verwerfungen geschehen, wenn Amerika den Bach runter geht? Gerade deutsche Firmen, große und auch mittelständige, sind in den USA kräftig engagiert. Gehen da die Lichter aus, kommt uns Griechenland wie ein laues Lüftchen vor. Wünschen wir Mr. Obama viel Erfolg und ein glückliches Händchen.
    D-Mark Nostalgiker bedenkt, können wir wirklich zwischen Dollar- und Asia- Pazifikraum bestehen?

  • Wo er recht hat, da hat er recht.

    Aber man muss Bedenken, dass er Deutschland vor den Berg gestellt hat.

    Die Politik hat immer behauptet, Zeit erkaufen zu wollen. Keines der Probleme hat sie gelöst, aber neue Problem hinzu gefügt. Schäuble hat insbesondere Deutschland groß. Schulden aufgebürdet und nicht zuletzt die Rentner ausgeraubt. Es ist gleich, ob wir über den realen Verlust ihrer Renten oder aber über deren private Altersversorgung reden wollen. Ungeschoren sind nur de geblieben, die weder für ihre eigene Altersversorgung einbezahlt noch etwas privat zurück gelegt haben. Die Politiker haben alle Regelungen nur zu Lasten der Anderen beschlossen. Eine Solidarität ist da nicht zu erkennen.

    Wenn sich junge Leute radikalisieren, dann kann man dazu langsam Verständnis entwickeln.

  • @whoknows. Was soll Griechenland denn finden? Ist das so schwer zu verstehen? Die jetzige Regierung wird Griechenland nicht aus dem EURO führen. Eben weil Brüssel es nicht will und die griechische Politriege ihr Gehalt von Brüssel bekommt. Griechenland ist zahlungsunfähig. Mit dem Austritt wären die Politiker arbeitslos bzw. würden wohl gelyncht werden, wenn sie denn nicht schnell genug sind ;-)

  • @george.orwell - Griechenland hat es schon lange verstanden. Jedenfalls lange vor Europa. Es ist die Abhängigkeit vom Arbeitsplatz, Rente, Familie, Haus, Schulden, Hypotheken, was die Menschen seit nun mehr 2...3 Jahren hoffen lässt, dass es nicht noch schlimmer wird. Irgendwann in naher Zukunft, wenn die Menschen nichts mehr zu verlieren haben, wird Europa sich noch wundern.
    Griechenland muss nicht bei Null anfangen. Griechenland ist nach wie vor unermesslich reich und von geostrategischer Bedeutung. Sonst würde Brüssel sich nicht so an Griechenland klammern und die Russen nicht seit mehreren Jahren in Griechenland investieren wollenb - wenn man sie denn ließe. China ist schon dabei, Griechenland als Brückenkopf nach Europa auszubauen. Israelische Firmen/Politik steht tagtäglich in Athen auf der Matte.
    In Deutschland hat man ein völlig falsches Bild von dem ganzen Schmierentheater der euroäischen Polit- und Wirtschaftsmafia

  • @Delinix
    Es ist traurig, das Griechenland nicht die Kraft findet, zu eigener Würde zurückzufinden und aus dem Währungsgefängnis Euro auszubrechen.

    Wie Frau Merkel sagte: "Der Euro ist mehr als eine Währung."

    Da hat sie völlig Recht, denn der Euro ist das Werkzeug der politischen Eliten zur Knechtschaft der souveränen Nationen Europas. Der sogenannte große Sprung nach vorn zu den vereinigten Staaten von Europa. Über die Bail-Outs sollen die Völker Europas gezwungen werden auf ihre Souveränität zu verzichten.

    Deshalb ist der Euro ist keine Währung sondern ein Verbrechen.

  • ..ich hoffe, dass es so ist und die Griechen endlich verstanden haben.

    Sie haben nur 2 Möglichkeiten:

    - Sklaverei (..und nichts anders ist es, was die EU will)
    - Freiheit, jedoch die Freiheit bei Null anzufangen

    ..ich müsste nicht lange überlegen, was ich wählen würde.

    Kampf der EUdSSR und Ihren Schergen!

  • Was in D nicht berichtet wird:
    Sehr viele Griechen (inzwischen womöglich die Mehrheit) wollen gar nicht gerettet werden. Sie wollen nicht noch mehr Schulden anhäufen.
    Hier in D wird aber so berichtet, als seien sie nur gegen das Sparen.
    Das ist so nicht richtig.
    Viele haben also nur deshalb gestern vor dem Parlament demonstriert, weil sie gegen die Inanspruchnahme der TRANCHE sind – sie wollen es allein versuchen, ohne das fremde Geld.
    Sie fühlen sich überfahren, man will ihre Stimmen nicht hören. Ihr Parlament stellt sich taub.
    Dabei ist es doch ohnehin klar, dass wir europäische Bürger unser Geld nie wieder sehen. GR kann das nicht schaffen, es ist viel zu viel.
    Warum also gönnt man Ihnen den Neuanfang mit einer eigenen Währung nicht?
    Die Raten an die Gläubiger werden von uns, den europäischen Bürgern bezahlt – nicht von den Griechen.
    Wir sollten von unseren Politikern FORDERN, dass dies ein Ende hat.
    Zu unserem Besten und zum Besten der Griechen.
    Die Anleger haben inzwischen genügend Risiken auf die Steuerzahler umverteilt, es reicht.
    Das Risiko muss dort bleiben, wo es hingehört. Das ist ein Gesetz der Marktwirtschaft.

  • Griechenland wird auch in 10 Jahren nicht über dem Berg sein. Nur unsere Traumtänzer in der Politik glauben das.

    Sigurt Perk

  • Übern Berg is vor dem Abgrund ;-)wenn man denn den Erfinder der Überschrift richtig interprätiert und ihm nix Böses unterstellt bzw. er schon mal die nahe Zukunft der noch amtierenden Regierung prophezeit.

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