World Economic Forum: Der gute Gast aus Teheran

World Economic Forum
Der gute Gast aus Teheran

Die Stimmung beim Weltwirtschaftsforum in Davos besagt: Die Euro-Krise – zuletzt stets Topthema – ist abgehakt. Im Fokus stehen zwei andere Brennpunkte. Die Hoffnungen der Manager liegen auf Irans Präsidenten Rohani.
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DüsseldorfWas für eine Vorstellung: Im idyllisch verschneiten Davos treffen sich der israelische Regierungschef und der iranische Präsident zu einem Gespräch im Hinterzimmer. Fern ab ihrer Heimatländer sprechen sie auf neutralem Boden über das iranische Atomprogramm. Danach wagen sie den Schritt in die Öffentlichkeit, reichen sich die Hände und lachen in die Kameras der internationalen Presse. Nur ein Hirngespinst. Aber theoretisch möglich. Denn sowohl der Iraner Hassan Rohani wie auch der Israeli Benjamin Netanjahu sind Gast beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos.

Es ist das Spitzentreffen der führenden Politikern, Top-Manager und Wissenschaftler. Mehr als 40 Staats- und Regierungschefs werden in dem Schweizer Kurort erwartet. 2500 Teilnehmer haben sich angemeldet, um die drängendsten Fragen aus Politik und Wirtschaft zu diskutieren. Ein Gradmesser für die weltweite Stimmung. Und der besagt: Die Euro-Krise – in den vergangenen Jahren stets Topthema – ist abgehakt. Oder zumindest an den Rand gedrängt von zwei anderen internationalen Brennpunkten: dem Bürgerkrieg in Syrien und dem Atomkonflikt mit Iran.

Diese Gemengelage macht den Besuch des iranischen Präsident Rohani und des israelischen Ministerpräsident Netanjahu so brisant. Netanjahu hat aber bereits klar gemacht, dass es ein Treffen nur unter einer Bedingung geben könnte. „Wenn Rohani sagen würde: Wir erkennen den jüdischen Staat an und sind bereit, mit ihm Frieden zu schließen und wir wissen, dass Israel für immer existieren wird. Ja, das würde mein Interesse wecken“, sagte der israelische Ministerpräsident vergangene Woche in einem Interview mit dem kanadischen Fernsehsender CTV.

Der frühere iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte in seiner Amtszeit, die im vergangenen August endete, wiederholt gesagt, Israel müsse von der Landkarte ausradiert werden. Sein Nachfolger Rohani schlägt zwar deutlich moderatere Töne an. Direkte Gespräche zwischen den Erzfeinden finden aber nicht statt – von einer Anerkennung Israels ganz zu Schweigen.

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