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World Economic Forum: Globale Elite sucht den Neuanfang

2500 Führungskräfte aus aller Welt treffen sich nächste Woche zum World Economic Forum (WEF) in Davos. Zu den prominentesten Gästen zählt Frankreichs Präsident Nicholas Sarkozy, der in seiner Eröffnungsrede der Führungselite eine neue Vision des Kapitalismus geben will. Die Kanzlerin bleibt dem Forum indes fern.

Forums-Gründer Klaus Schwab fordert eine Standortbestimmung. Quelle: dpa
Forums-Gründer Klaus Schwab fordert eine Standortbestimmung. Quelle: dpa

ZÜRICH. Dafür kommen Außenminister Guido Westerwelle und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle. Eine Bestandsaufnahme nach der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich in diesem Jahr das Forum vorgenommen. „Rethink, Redesign, Rebuild“ heißt das Motto des globalen Brainstormings in den Bergen, zu dem sich vom 27. bis zum 31. Januar mehr als 2500 Führungskräfte aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur treffen.

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Das Treffen ist ein erster Gradmesser dafür, ob es Politikern und Managern nach dem Krisenmanagement der vergangenen zwei Jahre gelingt, wieder über den Tag hinaus zu denken. „Wir brauchen unbedingt eine Standortbestimmung“, sagte Klaus Schwab, der das Forum vor 40 Jahren gegründet hat. Die Welt habe sich durch die Krise fundamental geändert.

Heute stünden die systemischen Risiken im Vordergrund. „Ich befürchte, dass es nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zu einer sozialen Krise kommen könnte“, sagte Schwab mit Blick auf die leeren Staatskassen und steigenden Arbeitlosenzahlen. Unternehmensführer und Spitzenbanker sollen darüber nachdenken, ob die Wirtschaft nach den Verfehlungen der letzten Jahre eine neue Ethik braucht. Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Debatte steht die Frage, warum die Ökonomie in der Krise versagt hat.

Schwellenländer stark vertreten

Aber nicht nur Wirtschaftsthemen stehen auf der Tagesordnung der über 200 Veranstaltungen. Die Führungselite will sich auch damit beschäftigen, wie es nach dem weithin gescheiterten Gipfeltreffen in Kopenhagen mit dem Klimaschutz weitergehen soll. Außerdem wird die wachsende Rolle Chinas und anderer Schwellenländer in der Weltwirtschaft eine große Rolle spielen. „Die aufstrebenden Volkswirtschaften sind in diesem Jahr besonders stark vertreten“, sagte Schwab. So werden die Regierungschefs aus Brasilien, Mexiko, Südafrika und Südkorea in Davos erwartet.

Aus den USA kommt außer Obama-Berater Larry Summers kaum Politprominenz. Die Regierungsmitglieder haben wegen der gleichzeitig stattfindenden Rede von Präsident Barack Obama zur Lage der Nation Präsenzpflicht in Washington. Schwab kündigte an, dass man sich nach dem Erdbeben in Haiti auch mit der Frage befassen werde, wie die internationale Gemeinschaft den Wiederaufbau des Inselstaates unterstützen könne.

Dem World Economic Forum ist es in den vergangenen Jahren gelungen, seine elitäre Aura etwas abzulegen und sich der breiteren Öffentlichkeit zu öffnen. „Davos ist der Ort, wo alle Stakeholder zusammenkommen“, sagte Schwab. Das Weltwirtschaftsforum selbst hat die Finanzkrise offenbar unbeschadet überstanden. Weder das Interesse der Polit- und Wirtschaftsprominenz hat nachgelassen, noch haben sich die Sponsoren zurückgezogen. „Wir haben keinerlei Probleme mit der Finanzierung unserer internationalen Veranstaltungen“, sagte Andre Schneider, Managing Direktor des WEF. Im Gegenteil. Die Sponsoren stünden Schlange.

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