Worst-Case-Szenario im US-Etatstreit
Blind in die Katastrophe?

Es gibt hoffnungsvolle Signale im US-Etatstreit. Dennoch ist der Worst Case nicht abgewendet: Den USA droht der Zahlungsausfall – mit fatalen Folgen für die Weltwirtschaft. Szenarien, was im schlimmsten Fall passiert.
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WashingtonEs waren nur wenige Worte. Doch die Tatsache, dass zwei erbitterte Rivalen ähnliche lautende, frohe Botschaften mitbrachten, war am Montag in Washington eine kleine Sensation. „Ich bin sehr optimistisch“, sagte der demokratische Senator Harry Reid. „Es hat einen sehr konstruktiven Austausch gegeben“, sagte der Republikaner Mitch McConnell. Der historisch einmalige Zahlungsausfall der USA, der ab Donnerstag zu befürchten ist – kann er in letzter Minute doch noch abgewendet werden?

Im erbitterten Haushaltsstreit richten sich nun alle Augen auf die beiden Senatoren. Reid, Mehrheitsführer im Senat und McConnell, Chef der Republikaner in der Parlamentskammer, hatten am Montag an einem Deal gearbeitet, wie das Land der Katastrophe noch einmal entkommen könnte. Er sieht unter anderem vor, dass die Schuldengrenze vorübergehend angehoben wird und die teilweise lahmgelegte Regierung wieder arbeiten kann. Seit zwei Wochen ächzt das Land unter dem so genannten „Government Shutdown“, weil es noch keine Einigung über einen Haushalt gab.

Ab Donnerstag droht den USA zudem der Zahlungsausfall, weil dann keine neuen Schulden mehr aufgenommen werden dürfen, um Rechnungen oder Zinsen zu bezahlen. Um dies zu verhindern, wollen Reid und McConnell heute weiterreden, der Demokrat kündigte bereits einen „fröhlichen“ Dienstag an. Einigen sich die beiden, wäre eine große Hürde genommen. Stimmen dann auch noch das von den Republikanern dominierte Repräsentantenhaus und der demokratische Präsident Barack Obama zu, ist die akute Krise erst einmal beendet. Freilich ist der Vorschlag nur eine Übergangslösung – denn schon in wenigen Monaten stieße die US-Regierung erneut an die Schuldengrenze.

Trotz der hoffnungsvollen Signale vom Montag aber ist die Gefahr noch nicht gebannt. Allzu oft in diesem endlosen Streit waren hoffnungsvolle Vorschläge am Ende doch wieder gescheitert. Es ist weiterhin möglich, dass den USA nach Donnerstag das Geld ausgeht, mit fatalen Folgen für die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft. Wie es danach weitergeht, wie schlimm es werden könnte, was die Ratingagenturen sagen und welche Folgen eine Herabstufung der US-Anleihen hätte – Antworten auf wichtige Fragen.

Kommentare zu " Worst-Case-Szenario im US-Etatstreit: Blind in die Katastrophe?"

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  • alles nur Theater.

    Solange der US$ die Leitwährung ist, und die Amerikaner nur in der eigenen Währung verschuldet sind, kann den Amerikanern gar nichts passiert.

    Geld zu drucken ist das Beste was die Amis für sich machen können, weil sie ihre Schulden 'verwässern'.

    Die blöden sind nur die Schuldner der Amis...

  • @ Coza


    Richtig: Die USA können nur 80% ihrer Schulden durch eigene Einnahmen begleichen (Quelle: heute jounal vor ca. einer Woche) Die restlichen 20% müssen durch neue Schulden bedient werden. Ein Anheben der Schuldengrenze ist nur eine vorübergehende Maßnahme.

  • Nicht blind nur Scheininformiert
    Selten hatten wir so viele Informationen und selten konnten wir damit so wenig anfangen. Normalbürger die zur Wertschöpfung in ihren Ländern beitragen haben da kaum eine Chance zu erkennen, was hinter den Kulissen der Finanzbranche gespielt wird. Manche Banken und Versicherungen wissen es selbst nicht. Siehe: http://vfalle.wordpress.com/2013/10/14/mit-geld-spielt-man-nicht/

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