WTO-Runde
Deutsche Wirtschaft hofft auf 2006

Die deutsche Exportwirtschaft könnte einer der großen Gewinner der laufenden Welthandelsrunde werden, wenn diese denn zu konkreten Vereinbarungen führt.

HONGKONG. Auf mehr als 30 Mrd. Dollar pro Jahr schätzt der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) den möglichen Zuwachs, der deutschen Firmen im Auslandsgeschäft ins Haus stehen könnte, sollten die Handelshemmnisse fallen.

Die Weltbank hatte die globalen Wohlfahrtseffekte mit 300 Mrd. Dollar beziffert. „Elf bis zwölf Prozent der 300 Mrd. Dollar könnten der deutschen Wirtschaft zugute kommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des BDI, Ludolf von Wartenberg, dem Handelsblatt. „Wenn die Weltwirtschaft wächst, dann nimmt auch unser Anteil zu“, sagt Anton Börner, Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA) dem Handelsblatt. „Wir erhalten dann sofort für Deutschland Wachstumsimpulse.“ Das werde auch der kränkelnden Binnenwirtschaft zugute kommen.

Börner sieht neue Absatzchancen vor allem bei den neuen Größen der Weltwirtschaft, China, Indien, Russland und Südostasien, bei denen die Nachfrage nach hochwertigen deutschen Produkten und Dienstleistungen rapide steigen werde, wenn die Zollschranken fallen.

Doch kurz vor dem Gipfel der 149 Mitglieder der Welthandelsorganisation (WTO) in Hongkong sind die Aussichten auf einen zusätzlichen Konjunkturschub für die Exportnation Deutschland nicht gerade rosig. Die deutsche Wirtschaft hat ihre Erwartungen in das Ministertreffen auf ein Minimum heruntergeschraubt. „Wir hoffen, dass die Konferenz nicht platzt“, sagt Börner. Er erwarte, dass die Verhandlungspartner sich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen würden. Und das solle wenigstens ein Bekenntnis zum freien Welthandel sein.

Auch der BDI hängt seine Erwartungen niedrig: „Wir hoffen, dass in Hongkong zumindest ein gewisses Momentum aufrechterhalten wird, um im nächsten halben Jahr zu Ergebnissen zu kommen, die dem Anspruch der Doha-Runde Rechnung tragen“, sagte von Wartenberg. Kernforderung des BDI ist, bis Mitte 2006 eine Formel zu erarbeiten, nach der höhere Zollsätze für Industriegüter überproportional gesenkt werden. Danach schließe sich das Zeitfenster für den Abschluss der Welthandelsrunde rapide. Ab 2007 läuft die Vollmacht des US-Präsidenten George W. Bush für Handelsfragen aus, und er muss sich dann wieder bei jeder Frage mit dem Kongress abstimmen.

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