Wut auf Pleitestaaten Euro-Krise macht Finnlands Rechtspopulisten stark

Kein Geld mehr für Schuldenstaaten der Euro-Zone. Das ist das alles dominierende Thema im finnischen Wahlkampf. Wenn die „Wahren Finnen“ am Sonntag triumphieren, soll es keine EU-Rettungsschirme mehr geben.
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Finnischer Wahlkampf: Jorma Alho, Mitglied der "Wahren Finnen", wirbt in Helsinkis Innenstadt für seine Partei. Quelle: dapd

Finnischer Wahlkampf: Jorma Alho, Mitglied der "Wahren Finnen", wirbt in Helsinkis Innenstadt für seine Partei.

(Foto: dapd)

Helsinki„Hullut Päivät“ – verrückte Tage. Die finnische Hauptstadt Helsinki ist dieser Tage in Gelb-schwarz getaucht, die Farben der alljährlichen „Verrückte Tage“-Kampagne des größten Kaufhauskonzerns Stockmann. Qualität zu Schnäppchenpreisen, so wirbt das Unternehmen, und es scheint, als würde die Botschaft ankommen.

Nur wenige Meter vom Haupteingang des Konsumtempels frieren unermüdliche Wahlhelfer und haben ebenfalls kaum Probleme, ihre Botschaften an Frau und Mann zu bringen. Am Sonntag wählt Finnland ein neues Parlament, und selten zuvor in der Geschichte des Landes kann der Ausgang der Wahlen das parlamentarische System so durcheinanderwirbeln wie dieses Mal.

Verantwortlich dafür ist Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“. So unaussprechlich der Name für viele ist, so einfach klingt die Botschaft von Soini. „Wir sind gewöhnliche Finnen“, sagt der korpulente 48-Jährige und liefert damit auch gleich die korrekte Übersetzung des Parteinamens. Für gewöhnliche Finnen trete er ein, für Menschen, die mit ihren Steuern nicht die Rechnungen der Portugiesen, Iren und Griechen begleichen wollen.

Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“ (Wahre Finnen). Quelle: Reuters

Timo Soini, Vorsitzender der populistischen Partei „Perussuomalaiset“ (Wahre Finnen).

(Foto: Reuters)

Diese Botschaft ist in den vergangenen Wochen angekommen. Je nach Umfrageinstitut können die Wahren Finnen auf bis zu 19 Prozent kommen und damit ihren Wähleranteil gegenüber 2007 fast verfünffachen. Seine Partei, die im Ausland eigentlich fälschlicherweise als „Wahre Finnen“ bezeichnet wird, lehnt die Euro-Rettungspakete strikt ab.

„Der finnische Steuerzahler steht auf unserer Seite“, sagt Toini, der sich politisch selbst zwischen Sozialdemokratie und ländlicher Bauernpartei einordnet. Kein Geld mehr für bankrotte EU-Länder, ist das alles dominierende Thema im finnischen Wahlkampf.

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12 Kommentare zu "Wut auf Pleitestaaten: Euro-Krise macht Finnlands Rechtspopulisten stark"

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  • Das ist zwar richtig. Aber das ist doch auch wieder eine kleine Partei, die nirgendwo in den Medien mal eine Plattform findet. Wie auch die Partei von Stadtkewitz. Wer weiß denn von diesen Parteien? Sie werden ja verschwiegen.
    Und das TV ist ja offenbar voll in politischer Hand udn darf nur das senden, was pocor ist
    Das alles hat mit Demokratie nichts mehr zu tun was bei uns abläuft.
    Was ich nicht verstehe, ist die Presse. Die müßten doch endlich einmal aufwachen.
    So naiv kann man doch gar nicht sein. Gerade die Presse, die Journalisten müßten doch sehen, wohin unser Land driftet.

  • Vollste Zustimmung. Sie haben es exakt auf den Punkt gebracht.
    Wir brauchen ja bloß mal sehen, was mit ProKÖLN, Pro NRW oder Pro Berlin etc. gemach wird. Ebenfalls mit der Partei von Stadtkewitz
    Was nicht dem linken Zeitgeist enspricht, das ist sofort alles rechtspopulistisch.
    Aber ich habe so das Gefühl, die Nazikeule funktioniert nicht mehr lange.
    Immer mehr Bürger wachen auf.
    Es schadet auch einem Land und einer Demokratie wenn nur linke Parteien vorhanden sind und überhaupt kein Gegengewicht.
    Das Problem haben wir ja auch. Es gibt bei uns ja keinen bürgerliche-konservative Parei mehr

  • Jetzt sollte auch dem letzten klar geworden sein, dass unsere Medien politisch gekauft sind. Die Schreibweise des Artikels ist die klare Handschrift direkt aus Berlin. Ein richtiger Journalist würde so eine Schande nicht über sich bringen.

  • Das ist ja unerhört. Die Finnen nehmen die Demokratie ernst. Wo kommen wir den dahin. Unsere Staatsratsvorsitzende Merkel weiß wie man die Volkskammer, früher Bundestag, zur Räson bringt. Unsere Abgeordnete spuren noch auf Befehl. Das war in Deutschland immer schon vorbildlich. Ob die 2. Revolution auch friedlich abläuft wenn die Ersparnisse und das Vermögen eines ganzen Volkes, die Arbeit von Generationen vernichtet wird ?

  • Die Partei und ihre Inhalte kenne ich zwar nicht, in Sachen "Populismus" ist allerdings auffällig das sich die Partei, wie auf S. 1 des Artikels geschrieben, "gewöhnliche Finnen" nennt und die Übersetzung "wahre Finnen" falsch ist.

    Trotzdem wird die falsche Übersetzung (auch vom HB) fleissig weiterverwendet. Lässt sich mit ihr doch (im Gegensatz zur korrekten Übersetzung) unter anderem Fremden-, EU- und Demokratiefeindlichkeit implizieren.

    Erstmal überall diskreditiert lassen sich Argumente der Betroffenen leichter als Populismus darstellen, schon allein deshalb weil aufgrund der Diskreditierung der Kreis der unvoreingenommenen Zuhörer schrumpft.

    Populismus ist verbreiteter als man denkt!

  • Ich wünsche den Wahren Finnen viel Erfolg. Allerdings befürchte ich, daß - falls Finnland sich dann von der Finanzierung des sog. "Rettungszeltes" verabschieden sollte - Herr Schäuble selbstverständlich den finnischen Anteil übernimmt.

    Das ganz System ist krank und gehört abgeschafft.

  • Von den Finnen können die Deutschen noch viel lernen. Es ist eigentlich unbegreiflich, dass auf einer Demo gegen die Transferunion in Berlin nur 34 Menschen anwesend waren. Da müssten doch in Berlin mindestens 30 000 auf die Straße gehen!

    http://www.parteidervernunft.de/

    Merkel und Schäuble werden so weitermachen wie bisher. Lediglich 30 FDP-Abgeordnete und wohl auch Herr Gauweiler von der CSU wollen gegen diese Transferunion stimmen. Haben die anderen Bundestagsabgeordneten kein Hirn oder trauen sie sich nicht?

    Den Finnen wünsche ich alles Gute und vor allem einen durchschlagenden Erfolg!!!

  • Die Finnen könnten den Anfang machen, um den korrupten politischen Verbrechern der EU Einhalt zu gebieten. Hoffen wir, dass der erste große Schritt zum Aufhalten der Dauertransferunion gelingt. Vielleicht bringt das dann in Deutschland endlich auch neue wählbare Parteien hervor, die wirklich etwas bewegen.

  • Volle Zustimmung, leider fehlen in Deutschland die Leute mit Mitteln, die "Partei der wahren Deutschen" auf die Beine zu stellen, die hätten locker 10%. Es ist Methode des Polit-Establishments und der Journaille den "Rechts"- und "Nazi"-Hammer zu schwingen und zuzuschlagen, wenn Menschen einfach ihre persönlichen und nationalen Interessen geltend machen udn sich nicht vereinnahmen wollen für den Mist, den andere verzapft haben! Dies zeigt, wie krank das ganze etablierte System in Deutschland ist. Weiter so, Ihr Finnen!

  • Schon der Begriff "Rechtspopulisten" für Leute, die entgegen den üblichen Gepflogenheiten von Politikern, auf den Bürger hören, ist eine Unverschämtheit.
    Ich gönne den "Wahren Finnen" einen durchschlagenden Wahlerfolg, glaube aber nicht ernsthaft, dass sich dadurch in unserem Land etwas bewegt.
    Ich sehe unsere Politiker wieder vor die Kameras und Mikrofone treten und verkünden, wie bedauerlich dieses Wahlergebnis ist und das es keinesfalls auf Deutschland übertragen werden kann.

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