Xi Jinping in den USA
Obama – Chinas zweite Wahl

Chinas Staatschef Xi Jinping besucht die USA – und macht mit seinem Terminplan klar, welche Prioritäten er setzt. Statt mit dem mächtigsten Mann der Welt trifft er sich mit dem reichsten.

Seattle/PekingUS-Präsident Barack Obama kann ruhig auch mal ein paar Tage warten. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping trifft sich lieber erst einmal mit der technologischen Führungselite an der Westküste der USA, bevor er am 25. Oktober nach Washington in die politische Machtzentrale der USA reist. Was ihn da erwartet, kennt er bereits: Belehrungen in Menschenrechtsfragen und Verwarnungen wegen Cyberangriffen auf die USA. Im Westen dagegen will er Geschäfte machen. Und die im Westen wollen das auch.

Mit seinem eigenen Staatsliner, eine Boeing 747, so wie Obamas „Air Force One“, schwebte Xi am Dienstag in Seattle ein, eine brummende Metropole im Bundesstaat Washington und Heimat von Boeing, Microsoft, Amazon oder Starbucks.
Xi und sein Tross aus Politikern und Wirtschaftsführern wurde am Flughafen von Unterstützern und Gegnern begrüßt. In Seattle herrschte Ausnahmezustand wegen Xis Besuch. Das ohnehin schon beträchtliche Verkehrschaos erreichte rund um das Westin Hotel in Stadtmitte ständig neue Höhepunkte. Hier ist Xi mit seiner Delegation abgestiegen.

Und er ließ keinen Zweifel daran, dass er auch ohne das politische Washington das Rad der Geschichte weiterdreht. Nicht mit Obama, sondern mit Bill Gates, Philanthrop und reichster Mann der Welt, verkündete er eine Kooperation auf dem Gebiet der Nukleartechnik. Mit Terrapower, einem Start-up in das Bill Gates investiert hat, wird China an einer neuen Generation von Mini-Reaktoren arbeiten, die praktisch mit Nuklearmüll Strom erzeugen sollen. „Ein Meilenstein“, verkündete Gates unter anhaltendem Applaus. China mit seiner unfassbarer Luft- und Wasserverschmutzung ist einer der größten Investoren in Clean-Tech, und im Bundesstaat Washington und im benachbarten Oregon sitzen die Unter-nehmen, die davon profitieren wollen.

Nach der Rettung des Klimas wandte sich Xi der Sicherheit im Internet zu. Die USA und China, forderte er in einer Ansprache, müssten beim Kampf gegen Cyberterror zusammenarbeiten. Hier, im Einzugsbereich des Silicon Valleys, trifft er auf offene Ohren. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden sind die Powerhäuser des Internets wie Google, Yahoo oder Facebook nicht mehr gut auf Obama zu sprechen und machen bei der einseitigen Schuldzuweisung Richtung Peking nicht mehr mit.

Am Mittwoch hat Xi dann an einem Treffen der Internet-Elite des Silicon Valleys auf dem weitläufigen Campus von Microsoft in Redmond teilgenommen. Auch Apple CEO Tim Cook soll dazu angereist sein. China ist zweitgrößter Markt für Cook und bald die Nummer eins vor den USA. Wenn der allmächtige Xi mitspielt.

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