Yoram Ben-Zeev
Israels Botschafter für Nato-Mitgliedschaft

Israel wird mittelfristig Mitglied der Nato werden. Diese Erwartung hat der neue israelische Botschafter in Berlin, Yoram Ben-Zeev, in einem Interview mit dem Handelsblatt geäußert. Er persönlich sei der Meinung, dass Israel durch eine Aufnahme in die transatlantische Verteidigungsallianz sicherer würde.

BERLIN. Es gebe in Israel eine Diskussion über die Vor- und Nachteile einer Nato-Mitgliedschaft. „Ich vermute, am Ende wird es eine Nato-Mitgliedschaft geben“, sagte Ben-Zeev.

Deutschland sei „trotz der Shoa heute neben den USA der beste Partner Israels“, sagte der israelische Botschafter. Dennoch kritisierte Ben-Zeev den Empfang des syrischen Außenministers durch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) in Berlin. „Es gibt keinen Erfolg.“ Syrien habe seine Politik nach dem Besuch in keiner Weise geändert. Die Debatte, ob der Besuch richtig gewesen sei, habe sich damit „eigentlich erledigt“, sagte Ben-Zeev. Syrien sei „absolut abhängig“ von Iran. Dies gelte sowohl ökonomisch, finanziell, militärisch und politisch.

Zugleich verteidigte Ben-Zeev in dem Interview die israelische Politik am Gaza-Streifen. Israel habe mit dem unilateralen Rückzug Spannung abbauen wollen, es hätte in den palästinensischen Gebieten ein wirtschaftlicher Aufschwung stattfinden können. „Stattdessen hat sich Hamas dafür entschieden, es kalkuliert in ein neues Somalia zu verwandeln.“

Er wies Vorwürfe der radikal-islamischen Organisation zurück, Israel habe im Gaza-Streifen einen humanitären Notstand verursacht. Man erlaube sehr wohl die Einfuhr von Benzin, Medikamenten, Wasser und Essen. „Aber wir wollen eben auch zeigen, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann.“ Täglich werde Israel schließlich vom Gaza-Streifen aus mit Raketen beschossen. Militärisch halte sich das Land jedoch bewusst zurück. In allen politischen Lagern in Israel gebe es den Wunsch, die Besatzung zu beenden. Ben-Zeev sprach von einer „Metamorphose im Denken“. Nun versuche man bei Führung der Palästinenser ein ähnliches Umdenken zu erreichen. „Beide Seiten müssen Abstriche vom eigenen Traum machen.“

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