Yukos-Affäre
Russische Justiz kritisiert Regierung

In der Affäre um angebliche Unterschlagungen im Umfeld des Ölkonzerns Yukos hat die russische Justiz neue Vorwürfe erhoben und die Regierung des Landes kritisiert.

dpa MOSKAU. Der seit fast einem Monat in Untersuchungshaft sitzende Topmanager Platon Lebedjew habe sich neben der Unterschlagung von Staatseigentum auch Steuerhinterziehung zu Schulden kommen lassen,teilte eine Sprecherin der Generalstaatsanwaltschaft am Montag in Moskau mit. Die Ermittler warfen Regierungschef Michail Kasjanow vor, die Justiz unter Druck zu setzen.

Hinter dem gezielten Vorgehen gegen Konzerne im Umfeld des Yukos- Mehrheitseigners Michail Chodorkowski vermuteten russische Medien eine Strafaktion des Kremls gegen den politisch unbequemen Oligarchen. Die Generalstaatsanwaltschaft dementierte, mit ihren Ermittlungen die umstrittenen Privatisierungen der 1990er Jahre rückgängig machen zu wollen. Im Mittelpunkt der Justizermittlungen steht die Unterschlagung von etwa 150 Millionen Euro beim Erwerb eines Rohstoffunternehmens aus Staatsbesitz im Jahr 1994.

Nach Ansicht der Justiz müsse Lebedjew wegen akuter Fluchtgefahr weiter in Haft bleiben. Auf einem Moskauer Flughafen stünden Tag und Nacht Privatflugzeuge von Lebedjews Finanzholding Menatep bereit, um den Verdächtigten außer Landes zu fliegen, erklärte die Generalstaatsanwaltschaft nach Angaben der Agentur Interfax. Regierungschef Kasjanow hatte in der Vorwoche die Festnahme Lebedjews als unverhältnismäßig bezeichnet.

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