Zahl des Tages
Chinesen werden immer deutscher

1,34 Milliarden Menschen haben Volkszähler im Reich der Mitte erfasst. Sie kommen zu erstaunlichen Ergebnissen.
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Peking. 1,34 Milliarden Chinesen gibt es laut der jüngsten Volkszählung im Reich der Mitte. Das sind 17 Mal so viele Menschen wie in der Bundesrepublik. Und mancher Deutsche dürfte angesichts der vermeintlich überlegenen Großmacht im Schock erstarren. Zumal unsere eigenen Statistiker jüngst herausfanden, dass wir 1,3 Millionen Bürger weniger sind als gedacht, weil sich mancher Deutsche als Karteileiche entpuppt hat.

Dabei ist das, was der sechs Millionen Mann starke chinesische Volkszählungs-Trupp in den 400 Millionen befragten Haushalten herausgefunden hat, eigentlich beruhigend. Die Chinesen werden uns nämlich immer ähnlicher. Dank Ein-Kind-Politik vermehren sich die Chinesen kaum noch, genau wie wir Deutschen: Der jährliche Bevölkerungszuwachs seit 2000 lag nur bei 0,57 Prozent. Zum Vergleich: Die Inder haben sich im gleichen Zeitraum um 17,64 Prozentpunkte vermehrt und liegen jetzt nur noch rund 140 Millionen Menschen hinter China, der Abstand ist also etwa auf die Bevölkerungszahl Russlands geschrumpft.

Auch sonst nähert sich China deutschen Verhältnissen an: Die Chinesen könnten dank wachsendem Wohlstand bald auch ähnlich alt und krank sein wie wir Deutschen. Jeder dritte Raucher der Welt ist heute bereits Chinese. 390 Millionen Chinesen sind zu dick, 178 Millionen älter als 60 Jahre. Und innerhalb der kommenden 20 Jahre soll die Zahl der Herzinfarkte um 50 Prozent steigen, schon jetzt gibt es mehr chinesische Diabetiker als Deutsche insgesamt. Bis 2020 soll die chinesische Mittelschicht auf 45 Prozent der Bevölkerung ansteigen, das sind 585 Millionen Menschen, die bald nicht mehr unsere Produkte, sondern auch unsere Wohlstandskrankheiten kopieren werden.

Kein Grund zur Sorge also, dass uns die Chinesen abhängen. Noch in einem weiteren Punkt sind uns die Chinesen erstaunlich ähnlich: Sie geben ihre persönlichen Daten nur höchst ungern preis. Die unerwünschten Volkszähler wurden laut Medienberichten in Chinas ländlichen Gegenden mit Schäferhunden vertrieben. Das könnte den deutschen Volkszählern auf der schwäbischen Alb oder in bayerischen Dörfern bald auch passieren. Am 9. Mai startet der deutsche Zensus 2011.

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