Zahl des Tages
Köder für Kopfgeldjäger

50 Millionen Dollar und ein paar Schafe bot der US-Senat für Osama Bin Ladens Kopf. Jetzt tötete ein Spezial-Einsatzkommando den Terror-Führer.
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50 Millionen Dollar hatten die USA als Kopfgeld für Osama Bin Laden ausgesetzt. Die Amerikaner waren optimistisch, dass das als Anreiz für Kopfgeldjäger reichen würde – hatten sie doch jenen Denunzianten, die ihnen Terrorverdächtige ans Messer liefern, die nun in Guantanamo schmoren, im Schnitt gerade mal ein Zehntausendstel dieser Summe gezahlt.

50 Millionen Dollar macht 16.667 Dollar für jeden der 3000 Toten des Anschlags vom 11. September 2001. Und entspricht zugleich gerade mal vier Prozent der Kosten von 1,2 Billionen Dollar, die die Amerikaner bis heute für die Kriege in Afghanistan und im Irak ausgegeben haben – mit dem Ziel, Osama das Handwerk zu legen.

Manchem US-Bürger schien das Kopfgeld nicht hoch genug, und so lobten US-Fluggesellschaften und Pilotenvereinigungen zusätzlich weitere zwei Millionen Dollar auf die Ergreifung des Terrorführers aus; Schauspieler Bruce Willis („Die Hard“) erhöhte angeblich um eine weitere Million. Da konnte Bin Laden seinerseits nicht mithalten: Läppische zehn Kilogramm Gold soll der nun getötete Al-Kaida-Chef im Gegenzug für die Ermordung hochrangiger US-Offiziere versprochen haben. Gesamtwert: gerade eimal 136.000 US-Dollar.

Vielleicht kannte Bin Laden seine Landsleute aber auch einfach besser als das Pentagon: Wer in Armut lebt, kann nämlich mit hohen Millionen-Summen anscheinend ohnehin nicht viel anfangen. Ein afghanischer Dorfbewohner soll dem US-Oberbefehlshaber auf die Frage, was er mit 50 Millionen Dollar machen würde, einst geantwortet haben: Das Geld werde vermutlich ausreichen, seine neun Kinder ein Jahr lang zu ernähren. So boten die USA schließlich alternativ zum Millionenjackpot auch Schafherden an, technische Hilfe beim Brunnenbohren und kleinere Bargeldbeträge.

Gegen Kopfgeldjäger, die scharf auf US-Schafsherden waren, verschanzte sich Osama bin Laden mit seiner Familie übrigens bis gestern in einem eine Million Dollar teuren Hochsicherheits-Palast in Pakistan. Ob nun der Elitesoldat, der Bin Laden dort mit einem Kopfschuss tötete, die 50 Millionen Dollar kassieren wird, oder ob eine Schafherde an den unvorsichtigen Al Kaida-Kurier geht, der die US-Soldaten erst auf die Spur seines Chefs brachte, ist bisher nicht überliefert.

Kommentare zu " Zahl des Tages: Köder für Kopfgeldjäger"

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  • Die Gefangenen «schmoren» nicht in Guantanamo sondern sie werden dort völkerrechtswidrig gefangen gehalten und gefoltert.

  • Die Bruchbude nennen sie "eine Million Dollar teuren Hochsicherheits-Palast"?

    Papier ist geduldig, das Internet erst recht. Wenn das eine "Luxus-Villa" war, lebe ich in Schloss Neuschwanstein.


    Im Übrigen bleibt bei allen Jubel zu befürchten:

    Mit der Operation Bin Laden wurde vielleicht ein Symptom beseitigt, doch die Grunderkrankung bleibt.

  • Was für ein dummer Artikel - die 50Mios sind auch nicht an irgendwelche "Normalos" adressiert, sondern an die korrupten pakistanischen Militär-Offiziere, die nach Vermutung der Amis den Osama die ganze Zeit unterstützt haben.
    50Mio + Greencard ist da schon verlockend ... auf Oahu fragt niemand nach woher und wohin :)

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