Zahlen und Fakten
Interessantes rund um die Wahl in Afghanistan

In Afghanistan ist der Wahltag ein nationaler Feiertag. Stundenlanges Anstehen an den Wahllokalen wird erwartet, und mit vorläufigen Ergebnissen ist wohl nicht vor dem 10. Oktober zu rechnen. Interessante Fakten und Zahlen von Wahlberechtigten bis zur Frauenquote:

Rund zwölf Millionen der geschätzten 25 bis 28 Millionen Afghanen sind in das Wahlregister eingetragen. Wahlberechtigt sind Bürger ab 18 Jahren. Die Wahl wird von einer Kommission organisiert, die aus Vertretern der afghanischen Regierung und der Vereinten Nationen (UN) besteht.

Das Parlament, die Wolesi Dschirga, hat 249 Sitze. Rund 5800 Kandidaten treten für Parlament und Provinzräte an.

Neben dem Parlament wird eine zweite Kammer, eine Meschrano Dschirga, mit 102 Mitgliedern gebildet. Jeder Provinzrat entsendet einen Vertreter in die Kammer. Ein Drittel der Mitglieder wird von den Bezirksräten bestimmt, ein Drittel vom Präsidenten ernannt.

Die Wahllokale öffnen um 06.00 Uhr (03.30 Uhr MESZ) und schließen um 16.00 Uhr (13.30 Uhr MESZ). Wer zum Zeitpunkt des offiziellen Wahlendes bereits vor einem Wahllokal ansteht, darf seine Stimme noch abgeben. Der Wahltag ist ein nationaler Feiertag. Vorläufige Ergebnisse werden am 10. Oktober erwartet, das endgültige Resultat am 22. Oktober.

Die Legislaturperiode des Parlaments dauert fünf Jahre. 68 Sitze für Frauen reserviert und zehn für die Kuchi-Nomaden. In den Provinzräten ist ein Viertel der Sitze Frauen vorbehalten.

Die 34 Provinzen bilden zugleich die Wahlkreise für die Parlamentswahl. Die Verteilung der Sitze richtet sich nach Schätzungen der Bevölkerungszahlen. Danach wird die Provinz Kabul mit 33 Sitzen die meisten Abgeordneten stellen. Die drei kleinsten Provinzen - Nuristan, Nimros, Pandschscher - haben je zwei Sitze.

Die Wähler haben für Parlament und Provinzrat je eine Stimme. Die Kandidaten treten individuell, nicht als Teil einer Parteiliste an. Die Sitze im jeweiligen Wahlbezirk gehen an die Kandidaten, die die meisten Stimmen erhalten.

Die Wähler erhalten zwei Stimmzettel - einen für das Parlament und einen für den Provinzrat. Da viele Afghanen nicht lesen können, sind die Kandidaten auf den Stimmzetteln unter anderem mit Fotos, persönlichen Symbolen und Nummern gekennzeichnet.

Die Provinzräte bestehen aus neun bis 29 Mitgliedern, je nach Größe der Provinz. Sie sollen sich an der Entwicklung der Regionen beteiligen und die Verwaltung unterstützen.

Die Wahl wird von internationalen Wahlbeobachtern verfolgt, die von der Europäischen Union (EU) und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gestellt werden. Darunter sind dem Auswärtigen Amt zufolge auch mehrere Deutsche. Deutschland unterstützt die Organisation der Wahl mit rund drei Millionen Euro.

Die Internationale Schutztruppe (Isaf) unter Führung der Nato hat sich zur Wahl vorübergehend um rund 2 000 Soldaten aus den Niederlanden, Spanien und Rumänien verstärkt. Deutschland ist mit rund 2 200 Soldaten der größte Isaf-Truppensteller.

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