Zahlreiche europäische Touristen bei Flutwelle in Asien getötet
Weltweite Hilfsaktionen angelaufen

Das verheerende Seebeben in Südasien mit tausenden von Opfern und Millionen von Obdachlosen hat eine weltweite Hilfsaktion ausgelöst. Hunderte von Helfern sowie dringend benötigte Geräte und Medikamente wurden am Montag mit Flugzeugen aus aller Welt auf den Weg gebracht.

HB GENF/LONDON/BERLIN. Die Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond- Föderation (IFRC) bat um Spenden zunächst in Höhe von umgerechnet fast fünf Millionen Euro. Die Bundesregierung sagte eine Million Euro und die Europäische Union drei Millionen Euro Soforthilfe zu.

Die Hilfsorganisationen der Vereinten Nationen (Uno) sehen sich nach eigenen Angaben einer „Katastrophe ohne Beispiel“ gegenüber, da von den Flutwellen gleichzeitig mindestens sechs Länder schwer getroffen wurden. Dringend benötigt werden vor allem Wasseraufbereitungsanlagen und frisches Trinkwasser, um Seuchen zu verhindern. „Eine solches Ausmaß hat es zuvor noch nie gegeben“, sagte die zuständige Leiterin, Yvette Stevens, am Montag in Genf.

Von der „schlimmsten Naturkatastrophe in der jüngsten Geschichte“ sprach auch der für die Uno-Hilfseinsätze zuständige Koordinator Jan Egeland. Wieder seien besonders die Ärmsten und vor allem Frauen und Kinder betroffen. Zugleich zeigten sich Experten aber auch überzeugt, dass die Katastrophe kaum hätte vorhergesagt werden können. Wichtig sei nun, den Menschen vor Ort wieder Selbstvertrauen zu geben und Panik zu vermeiden, sagte Stevens.

Das von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) entsandte Team des Technischen Hilfswerks (THW) war am Montag in Colombo, der Hauptstadt Sri Lankas, eingetroffen. Experten für Trinkwasser und Infrastruktur prüfen, wo Hilfe gebraucht wird. Mit mobilen Labors wird die Wasserqualität der Brunnen untersucht. Aufbereitungsanlagen sollen die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgen. Auch aus Frankreich und Italien starteten am Montag Transportmaschinen mit Helfern verschiedener Zivilschutzorganisationen und mit Material wie Zelte und Planen. Auf dem Rückweg sollen viele Hilfsflugzeuge wieder Touristen mit nach Hause bringen. Tausende Europäer warten darauf, ausgeflogen zu werden.

Am schwersten betroffen von der Naturkatastrophe sind Indonesien, Sri Lanka, Indien und Thailand. Schwere Schäden wurden auch aus Malaysia, Bangladesch, Myanmar, von den Malediven und aus Somalia in Ostafrika gemeldet. Beobachter gehen von mehr als 25 000 Todesopfern aus, darunter zahlreiche Touristen. Auch viele Deutsche sollen ums Leben gekommen sein.

Da die Kommunikationswege wie Telefon oder Internet weitgehend zusammengebrochen sind, können die Hilfsorganisation nach eigenen Angaben das Ausmaß der Schäden noch nicht einschätzen. So würden etwa dringend Hubschrauber benötigt, am Gestrandete in entlegenen Regionen oder von Inseln zu retten. In der indonesischen Provinz Aceh, in der das Kriegsrecht herrscht, sei die Hilfe schwierig. Die Kinderhilfsorganisation terre des hommes forderte die indonesische Regierung auf, die Kriegshandlungen zu beenden und den Zugang für Hilfsorganisationen zu erlauben.

Das Internationale Rote Kreuz hat in Südasien rund 10 000 freiwillige einheimische Helfer in den Katastrophengebieten mobilisiert. Zusätzlich werden unter anderem aus Deutschland Experten für die medizinische Versorgung, darunter Notärzte, eingeflogen, sagte der Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Lübbo Roewer, am Montag in einem dpa-Gespräch. „Helfende Hände vor Ort gibt es zum Glück genug, weil die Organisationen dort gut aufgestellt sind.“ Für die erste Notfallversorgung könnten die Helfer jetzt auf die Lager zurückgreifen, die normalerweise zur Monsun-Vorsorge eingerichtet seien, erklärte Roewer.

Die USA und die Weltbank bereiten sich nach Medienberichten vom Montag auf ein Hilfspaket in Höhe von „Milliarden Dollar“ vor. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hat jedwede Unterstützung für die Katastrophenopfer und die betroffenen Länder zugesagt.

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