Zahlreiche Verletzte und Tote
500 Festnahmen bei «Blitz»-Offensive im Irak

Bei ihrer angekündigten Offensive gegen Aufständische haben irakische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben Erfolge erzielt. Es gab bei zahlreichen Anschlägen jedoch wieder Dutzende Tote.

HB BERLIN. Im Rahmen der Operation „Blitz“ wollen 40 000 irakische Soldaten Rebellen und Waffenlager aufspüren. Sie werden von 10 000 US-Streitkräften unterstützt. Alle Eingänge nach Bagdad würden abgeriegelt und die Stadt werde von Bezirk zu Bezirk durchsucht, sagte ein irakischer Offizier. Bis zum Abend waren in der Hauptstadt mit Ausnahme einiger neuer Kontrollpunkte im Norden und Süden allerdings nur wenig Anzeichen für verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zu erkennen. Bei Selbstmordanschlägen und Schießereien starben allein in Bagdad erneut mindestens neun Menschen. Offiziellen Angaben zufolge soll der Einsatz der Sicherheitskräfte in den kommenden Tagen an Intensität gewinnen. Der irakische Arm der Al-Kaida um den Moslem-Extremisten Abu Mussab al-Sarkaui reagierte umgehend und kündigte seinerseits eine neue Offensive gegen irakische und US-Soldaten an.

„Der Einsatz hat heute begonnen, die Soldaten werden alle Eingänge nach Bagdad abriegeln, um Terroristen von ihren Aktivitäten in der Hauptstadt abzuhalten. Das ist eine Razzia, die sich gegen die Infrastruktur der Terroristen richtet“, sagte ein Vertreter des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Die irakische Regierung wurde in jüngster Zeit verstärkt von den USA unter Druck gesetzt, entschiedener auf die Anschläge der Aufständischen zu reagieren. Die Offensive wurde bereits am Donnerstag angekündigt. Dies gab vielen Aufständischen die Möglichkeit, vor der Offensive aus Bagdad zu flüchten.

Die Offensive ist eine Antwort auf die zunehmenden Angriffe der Rebellen seit der Bildung der neuen irakischen Regierung im April, bei denen etwa 700 Menschen getötet wurden. Als Drahtzieher hinter den meisten Anschlägen gilt die Gruppe um Sarkaui. Er ist nach irakischen Angaben verwundet. Berichte, wonach Sarkaui in den Iran gebracht worden ist, wurden vom iranischen Außenministerium allerdings dementiert. Sarkauis Gruppe veröffentlichte am Abend im Internet eine Erklärung, die offenkundig signalisieren soll, dass der Jordanier weiter an der Spitze der Organisation steht. Auf die Großoffensive der irakischen Regierung reagierten die Kämpfer der Al-Kaida in den kommenden Tagen mit noch mehr Selbstmordanschlägen, die alle von Sarkaui geplant und organisiert würden, hieß es in der Mitteilung.

Bei Anschlägen in verschiedenen Teilen des Landes wurden am Wochenende insgesamt mindestens 19 Menschen getötet. Im Westen Bagdads kam es zu Schießereien zwischen Polizisten und Rebellen. Dabei wurden drei Iraker erschossen. Im Zentrum der Hauptstadt sprengten sich zudem zwei Selbstmordattentäter in die Luft und töteten mehrere Menschen. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der Nähe der Ölstadt Kirkuk wurden zwei Iraker getötet. Im Süden des Landes kam bei einem Angriff ein britischer Soldat ums Leben.

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