Zahlung genehmigt IWF gibt Milliardenhilfe für Griechenland frei

Der IWF hat die nächste Hilfszahlungen für Griechenland und Portugal freigegeben. Der griechische Finanzminister Giannis Stournaras rechnet damit, dass sein Land nach sechs Rezessionsjahren 2013 zum Wachstum zurückkehrt.
Update: 17.01.2013 - 08:41 Uhr 15 Kommentare
Griechenland bekommt weitere Unterstützung des IWF. Quelle: dpa

Griechenland bekommt weitere Unterstützung des IWF.

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WashingtonGriechenlands Finanzminister Giannis Stournaras ist zuversichtlich, dass sei Land nach mehreren Rezessionsjahren 2013 vor einer konjunkturellen Wende stehe. Unter dem Strich werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar abermals schrumpfen, sagte er dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Aber wir werden 2013 die Talsohle durchschreiten und gegen Ende des Jahres zum Wachstum zurückkehren.“ Griechenlands Wirtschaft befindet sich seit 2008 im Sinkflug und konnte nur durch Finanzhilfen seiner europäischen Partnerstaaten vor dem Kollaps bewahrt werden.
Auch bei der Haushaltskonsolidierung sieht Stournaras sein Land auf gutem Weg: „Wir haben 2012 die Defizitvorgaben erstmals seit Beginn der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen.“ Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen so genannten Primärüberschuss ausweisen. Darunter versteht man einen Haushaltsüberschuss des Staates, der allerdings die Zinsausgaben für Schulden ausblendet.

Unterdessen hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die nächste Hilfstranche für Griechenland freigegeben. Die wirtschaftliche Prüfung sei abgeschlossen, teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Nach einer Überprüfung des griechischen Spar- und Reformprogramms gab der Exekutivrat des globalen Krisenhelfers grünes Licht. Die Freigabe der Zahlung über 3,24 Milliarden Euro wurde allgemein erwartet.

„Das Programm bewegt sich in die richtige Richtung, mit strikten Haushaltsanpassungen und merklicher Zunahme der Wettbewerbsfähigkeit bei den Arbeitskosten“, sagte IWF-Chefin Christine Lagarde einer Mitteilung zufolge. Die Sparanstrengungen des Landes seien „bewundernswert“. Sie forderte die griechische Regierung auf, auf ihrem Konsolidierungs- und Reformkurs weiter eng mit dem IWF zusammenzuarbeiten.

Damit Griechenland all seine Herausforderungen bewältigen könne, seien weiterhin kraftvolle Strukturreformen notwendig, um die Produktivität zu steigern und die Preise zu senken. Vordringlich sei dabei der Abbau von Wettbewerbshürden. Zudem müsse die Regierung ihre Pläne für die Privatisierung öffentlicher Unternehmen vorlegen sowie das Bankensystem stärken. Auch die langfristige Hilfe durch die europäischen Partner müsse gewährleistet bleiben, sagte Lagarde.

Gemeinsam mit den Euroländern finanziert der IWF milliardenschwere Finanzhilfen, ohne die Athen wirtschaftlich wie finanziell kollabiert wäre. Die europäischen Partner Griechenlands tragen den Löwenanteil der Finanzhilfen. Bereits im Dezember hatten die Länder der Eurogruppe beschlossen, Athen mit gut 49 Milliarden Euro zu helfen. 34 Milliarden davon sind bereits ausgezahlt worden.

Am Vortag hatte sich Athen optimistisch geäußert, dass auch die nächste Tranche der Finanzhilfe in Höhe von 9,2 Milliarden Euro von der Eurogruppe freigegeben wird. Die Gefahr eines Austritts des Landes aus dem Euroland sei gebannt. „Die Arbeitsgruppe der Eurogruppe plädiert für die Auszahlung der Tranche im Januar“, hatte Finanzminister Ioannis Stournaras im griechischen Fernsehen erklärt.

Am 21. Januar wollen die Finanzminister der Eurogruppe über die Auszahlung entscheiden. Über zwei weitere kleinere Tranchen in Höhe von jeweils 2,9 Milliarden Euro soll im Februar und März entschieden werden. Das griechische Parlament hatte Anfang der Woche mit klarer Mehrheit eine Reihe von Gesetzen gebilligt, die Voraussetzung für weitere Hilfszahlungen an das von der Pleite bedrohte Land sind.

Derweil bekräftigte Stournaras seine Zuversicht, dass Griechenland nach mehreren Rezessionsjahren 2013 vor einer konjunkturellen Wende stehe. Unter dem Strich werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwar abermals schrumpfen, sagte er dem „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe). „Aber wir werden 2013 die Talsohle durchschreiten und gegen Ende des Jahres zum Wachstum zurückkehren.“ Griechenlands Wirtschaft befindet sich seit 2008 im Sinkflug und konnte nur durch Finanzhilfen seiner europäischen Partnerstaaten vor dem Kollaps bewahrt werden.

Auch bei der Haushaltskonsolidierung sieht Stournaras sein Land auf gutem Weg: „Wir haben 2012 die Defizitvorgaben erstmals seit Beginn der Krise nicht nur erreicht, sondern sogar leicht übertroffen.“ Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen Primärüberschuss ausweisen - also einen Haushaltsüberschuss des Staates, der die Zinsausgaben für Schulden ausblendet.

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Internationaler Währungsfonds gibt neue Hilfen für Portugal frei
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15 Kommentare zu "Zahlung genehmigt: IWF gibt Milliardenhilfe für Griechenland frei"

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  • Nein mein Herr, in Berlin verbrennen Sie die Gelder aus Hessen, Bayern und Baden Würtemberg, nicht zwangsläufig Ihres

  • Was schimpft Ihr denn immer über Griechenland?
    Schuld sind wir und auch die Franzosen, die an diesem Kunstgeld Euro festhalten bis zum völligen Untergang aller Euro-Staaten
    Merkel aht den Rettungs-Scheiß begonnen, sie ist die Hauptschuldige

  • (...)

    Laut int. Untersuchungen werden 90% aller Grossbauprojekte zu spät feretig. BER ist leider nur ein grasses Beispiel, wenn ahnungslose Politiker meinen sie müssten wo mitreden.
    Der grosse Unterschied liegt aber in der Art der Finanzierung. Für BER zahlt wie immer der deutsche Steuerzahler und für Projekte in Griechenland zahlt wie immer auch der deutsche Steuerzahler /kleiner Witz!
    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • eher geht ein Kamel durch ein Nadelör als ein deutscher Politriker strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten hätte.
    Es wäre zu schön und würde das wirken der Poltikerkaste deutlich verändern. Träumen darf ich ja noch.

    NICHTS wird geschehen, denn alle Verantwortlichen dieser Krise sitzen am selben Tisch.

  • Export von Griechenland
    in Millionen US-Dollar:
    22.660 (2010 geschätzt)
    21.340 (2009 geschätzt)
    29.140 (2008 geschätzt)
    23.910 (2007 geschätzt)

    Import von Griechenland in Millionen US-Dollar:
    60.190 (2010 geschätzt)
    64.210 (2009 geschätzt)
    93.910 (2008 geschätzt)
    80.790 (2007 geschätzt)

    "nur noch" 22:60 - oder anders ausgedrückt:
    3-mal soviel Import wie Export.


    ... wer wird das wohl finanzieren?

    Richtig: der deutsche Depp.

    auf,auf, Brotzeitpause ist vorbei - weiterarbeiten!

  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!
    BIP-Verschuldung jenseits der 200% eben.
    Aber schwierig, die Mathematik.
    Sie läßt sich weder durch blinde-nicht blinde Rentenempfänger noch durch Untote als Rentenempfänger ausblenden.Aber die Abtretung griechischer Bodenschätze läßt sich gemäß der eigenen Vorgehensweise eben(!) auch offen oder international höchst subtil verfolgen. - So wirds sein!Wäre Deutschland in Selbstaufgabe befindlich, wie es Herr Sarrazin ja veröffentlichte, dann könnten wir die Heimholung unserer Goldbestände auf Bw-U-Booten ja auch sang- und klanglos über das Mittelmeer in Athen entladen lassen.Damit ist europaweit klar, daß die deutsche politische Gesamtheit einer Verblödung anheim gefallen wäre.Damit rechne ich persönlich aber eigentlich nicht.Die wenigen regierungsamtlich Verantwortlichen sehe ich eher nach Aufhebung ihrer Immunität einer strafprozessualen Verfolgung ausgesetzt.
    Lesen Sie doch alle mal heute den Zeitungsbericht über die sizilianische Baumafia und deren jahrelange systematische kriminelle Bereicherung. Lesen Sie dann aber bitte auch die immense Zahl an deutschen Großstädten, in denen dies ungestraft und weit ab jeglicher Kontrolle möglich war.
    Zeile um Zeile füllen hier die deutschen Städtebezeichnungen.
    Ein Versagen auch hierzulande bezüglich krimineller strafverfolgungswürdiger Tatbestände.
    Die innerstaatliche Heimsuchung Griechenlands besteht aus nicht einmal vier Dutzend Familien, die dort ihr Unwesen ungestraft, ungesühnt und vor allem offensichtlich mit Wohlwollen in aller Augen, auch des ehemals so mächtigen Militärs, vollziehen. Da kann man auch nur einer Frau Lagarde aus der Ferne leise flüsternd zurufen: Vorsicht!
    Aber: Es géhört schon einiges dazu, aus dem gesamten Europa ein rechtlich unsicheren Drecks-Auguren-Stall zu machen.
    Was noch nicht geschaffen worden ist:
    EINE PHARMAKOPOIEIA europäischer Gemeinsamkeit, um das angemessene Medikament in jedem Staat zu verabreichen.
    NOCH LANGE NICHT!

  • Immerhin verbrennen wir unser eigenes Geld und sind nicht auf Almosen aus dem Norden angewiesen, weil wir selber nix auf die Beine stellen können. Immer schön die Hand aufhalten kann GR. Mehr aber auch nicht.

  • Alles dies hat mit der Griechenpleite nichts zu tun.

    Ich mag H. Kohl auch nicht, aber das Ehrenwort ist schon wichtiger als ein Amtseid. Sie können ja mal versuchen, den Amtseid einzuklagen oder den Mann sonstwie vor Gericht zu bringen.

  • Lernt erst mal, einen Flughafen zu bauen. Wenn Ihr dann 2050 damit fertig seid, könnt ihr uns gerne in Athen besuchen kommen, damit wir uns über Korruption und Staatspleiten in der Deutschen Geschichte unterhalten können, die hier mindestens ebenso lang Tradition haben. Fragen Sie den Mann der den Bimbeskoffer trug und sich nicht mehr erinnern konnte, von wem er das Geld hatte, oder den Mann mit dem Ehrenwort, das mehr zählte, als der Amtseid

  • Möglicherweise werde Athen bereits in diesem Jahr einen Primärüberschuss ausweisen - also einen Haushaltsüberschuss des Staates, der die Zinsausgaben für Schulden ausblendet.

    Bedienungsanleitung für Haushaltsschönung?
    Ausbildung bei Herrn Schäuble erfolgreich abgeschlossen.

    Schönen Tag noch.

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