Zahlungsaufschub
Athen sorgt für Verwirrung

Griechenlands Finanzminister Stournaras verkündet die Einigung auf ein neues Sparpaket. Gleichzeitig behauptet er, von der EU eine Zusage für einen Zahlungsaufschub erhalten zu haben - ganz ohne Quelle oder Beleg.
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AthenGriechenland wird nach Angaben von Finanzminister Yannis Stournaras mehr Zeit für das Erreichen seiner Spar- und Reformziele erhalten. "Wir haben heute die Verlängerung bekommen", sagte der Minister am Mittwoch vor Abgeordneten in Athen. Für eine solche Entscheidung, die EU und IWF erst nach dem Prüf-Bericht der sogenannten Troika treffen will, hat Athen jedoch keinen Beleg. Beobachter werteten die Aussagen von Stournaras daher als taktisches Manöver.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte bereits am Morgen von einer Vereinbarung berichtet, wonach Griechenland seine Neuverschuldung erst 2016 statt 2014 unter die EU-Obergrenze von drei Prozent des BIP drücken muss. Auch für die Privatisierung soll Griechenland nun mehr Zeit erhalten. Diese Vereinbarung sei bislang jedoch noch nicht unterzeichnet worden.

Am Mittwoch einigte sich die Koalition in Griechenland immerhin auf weitere Einschnitte und Reformen zur Sanierung des maroden Staatshaushalts. Die Regierung werde die Euro-Arbeitsgruppe am Donnerstag darüber informieren, dass das Sparpaket stehe, sagte ein Mitarbeiter von Stournaras.

Die Koalition werde in der nächsten Woche mehrere Gesetze zu den beschlossenen Sparmaßnahmen und Arbeitsmarktreformen getrennt voneinander ins Parlament einbringen. Im Streit über die Reformen am Arbeitsmarkt seien die internationalen Geldgeber der Regierung entgegengekommen, fügte er hinzu ohne Einzelheiten zu nennen.

Die griechische Regierung verhandelt seit Monaten mit den Experten der sogenannten Troika aus EZB, EU und IWF, aber auch innerhalb der eigenen Koalition über ein 11,5 Milliarden Euro schweres Sparpaket. Eine Einigung ist nötig, um die nächste Hilfstranche von fast 32 Milliarden Euro aus dem zweiten Hilfsprogramm freizugeben. Am 16. November geht Griechenland nach Angaben von Ministerpräsident Antonis Samaras das Geld aus.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Zahlungsaufschub: Athen sorgt für Verwirrung"

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  • Zweifellos eine saubere SPON-Punktlandung, nennt Ross und Reiter. Die kritische Ausrichtung war hier aber seitens einiger Foristen ebenfalls leicht zu entnehmen.

    Mit einfachen, oberflächlich gekauften "Journalistengeseiche" kommen wir nicht weiter. GR liegt in Händen einer allerfettigsten brutalen Parteimafia, die zudem allerbeste Beziehungen nicht nur als "Puppet der regionalen Mafia" pflegt, sondern seitens EU Parteien als Seinesgleichen gesehen wird.

    Ob unsere angeblich so demokratisch ausgerichtete Parteienlandschaft bald den so wichtigen NGO`s die Hand reicht ? Zweifel bleiben angebracht, die Erleuchtung kommt bei "Erkenntnisresistenten" so schnell nicht.

  • Endlich kommt Bewegung in die Sache und die erste klare Ansage eines dt. Massenblattes: dem Spiegel!

    hier kann man es lesen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kommentar-warum-zwei-jahre-aufschub-griechenland-auch-nicht-helfen-a-863164.html

  • Schließt Euch der Wahlaternative 2013 an, Frau von Storch reicht neue Klage ein gegen Draghi wegen seiner Gelddruckerei
    Macht mit. Nicht nur jammern, sondern mitmachen

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