
HB/dah DUBAI. Die am Bau beteiligten Unternehmen stehen derzeit offenbar mit der Regierung Dubais in Verhandlungen. Die Road and Transport Authority of Dubai dementierte jedoch die Berichte. Die Fortschritte der Arbeit seien im Plan, teilte die Behörde in einem E-Mail-Statement gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Die Zahlungen würden entsprechend der Fortschritte des Projekts geleistet. Einen Bericht der japanischen Wirtschaftszeitung "Nikkei", nach dem die am Bau beteiligten japanischen Firmen Mitsubishi Heavy Industries, Mitsubishi Corporation, Obayashi und Kajima die Bauarbeiten sogar ganz eingestellt haben, dementierten die Sprecher von Mitsubishi Heavy Industries und Obayashi auf Nachfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Unternehmensvertreter räumten jedoch ein, dass die Arbeiten verlangsamt worden seien. Dem Wirtschaftsmagazin "Arabian Business" sagte ein Sprecher von Obayashi, es habe schon länger Verhandlungen bezüglich der Zahlungen mit der Regierung gegeben.
Die beiden anderen beteiligten Unternehmen, Mitsubishi Corporation und Kajima, wollten sich zu den Entwicklungen nicht äußern. Zehn von 29 Stationen der sogenannten "Red Line" der Dubaier U-Bahn sind bereits seit dem 9. September vergangenen Jahres in Betrieb. Bis vor wenigen Wochen hieß es noch, dass der zweite Teil der "roten Linie" im kommenden Februar eröffnet werden soll. Die Fertigstellung einer weiteren Strecke, der "Green Line" war für die zweite Jahreshälfte 2010 geplant. Nun ist fraglich, ob diese Ziele noch erreicht werden können.
Der Bau der U-Bahn hatte 2005 begonnen. Zur Eröffnung des ersten Abschnitts im September hatten sich die Kosten für die erste U-Bahn Arabiens im Vergleich zu der ursprünglich veranschlagten Summe nahezu verdoppelt. Wie "Nikkei" berichtet, schuldete die Regierung Dubais den Baufirmen Ende Oktober 2009 angeblich bereits 3,6 Milliarden Euro.
Viele Projekte liegen brach
Dubai ist von der weltweiten Finanzkrise stark betroffen. Im November vergangenen Jahres hatte das Emirat seine Gläubiger um Aufschub seiner Zahlungsverpflichtungen gebeten. Viele der prestigeträchtigen Bauprojekte wurden bereits eingestellt, darunter auch eine geplante künstliche Inselwelt. Wie gestern bekannt wurde, erwartet Dubai für 2010 ein Budget-Defizit von rund 1,1 Milliarden Euro, das entspricht zwei Prozent seines Bruttoinlandsprodukts.