_

ZDF bricht Live-Schaltung ab: Jagd auf Journalisten alarmiert EU

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten sind auch zahlreiche ausländische Journalisten von Anhängern des Präsidenten Husni Mubarak bedroht oder geschlagen worden. Das ZDF brach aus Angst vor einem Angriff auf seinen Korrespondenten eine Live-Schaltung ab. Der Handelsblatt-Reporter sprach von einer gezielten Jagd auf Journalisten.

Chaos in Kairo. Quelle: DAPD
Chaos in Kairo. Quelle: DAPD

dne/HB KAIRO/PARIS. Bundeskanzlerin Angela Merkel und vier weitere Staats- und Regierungschefs aus Europa haben die Gewalt in Ägypten scharf verurteilt. „Der Übergangsprozess muss sofort beginnen“, forderten sie in einer zunächst in Paris verbreiteten gemeinsamen Erklärung am Donnerstag. Neben Merkel unterzeichneten sie der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister David Cameron, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi und der spanische Regierungschef José Luis Zapatero.

Anzeige

„Die Übergriffe gegen Journalisten sind völlig inakzeptabel. Wir verurteilen alle, die Gewalt anwenden oder zu Gewalt anstiften, was die politische Krise in Ägypten nur weiter verschärft“, heißt es in der Erklärung, in der der ägyptische Präsident Husni Mubarak nicht namentlich genannt ist.

„Es ist die Verantwortung der Streitkräfte und der Behörden, die Bürger zu schützen“, erklärte auch EU-Außenpolitikchefin Catherine Ashton nach den schweren Unruhen in Kairo. Diejenigen, die für Tote und Verletzte verantwortlich seien, müssten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen werden. Auch die Einschüchterungen und Angriffe auf Journalisten seien „absolut inakzeptabel“, erklärte Ashton. An den bedrängten Staatschef Husni Mubarak richtete sie erneut den Appell, mit „dringenden, konkreten und entscheidenden Maßnahmen“ auf die Demokratiebewegung einzugehen. Sie rief die Regierung zu einem „echten Übergang“ zu demokratischen Reformen und der Vorbereitung von freien und fairen Wahlen auf.

Deutschland forderte gemeinsam mit vier anderen EU-Staaten ebenfalls, sofort mit einer Neuordnung der politischen Machtverhältnisse in Ägypten zu beginnen. Die jüngsten Entwicklungen in dem arabischen Land würden mit äußerster Besorgnis verfolgt, hieß es in der gemeinsamen Erklärung. „Der Prozess des Übergangs muss jetzt beginnen.“

Zuvor war es zu Übergriffen auf Journalisten gekommen. Er gehe heute nicht aus dem Haus, "weil ganz gezielt Jagd auf ausländische Journalisten gemacht wird", berichtete der Handelsblatt-Korrespondent am Donnerstag aus Kairo.

  • 03.02.2011, 19:04 UhrAnonymer Benutzer: markus amberg

    Zu berichterstattung von ARD und ZDF.

    Die berichterstattung aus Ägypten ist äußerst Lasch, keine Ächtung der massiven behinderung,bedrohungen und Angriffe auf Journalisten und die Pressefreiheit.Ganz im Gegenteil am 03.02.11 in der heute Sendung um 17.00 Uhr
    wurde im ZDF sogar wortwörtlich die alte Regierung in Ägypten
    den Zuschauern als neue Regierung präsentiert,wie peinlich.auch die Fragen an die deutsche Regierung nur
    blabla, Tatsache ist doch das jahre Land diese Diktatur
    mit Steuergeld aus Deutschland der EU und USA gezüchtet
    wurde ohne Rücksicht auf Menschenrechte. Auch massive
    Waffenlieferungen nach Ägypten, aus Deutschland, EU und USA haben die Armee Ägyptens zur zehntgrößten anschwellen lassen,die Folgen werden wir in Zukunft zu spüren bekommen.Wo bleiben die Hintergrund berichte....
    das soll unabhäniger Journallismus sein ?????1!!!!!!. Die deutsche bevölkerung wird weiterhin veralbert, und zwar gewaltig.

  • 03.02.2011, 15:39 UhrAnonymer Benutzer: Ein Volk wert sich gegen die Ausbeuter.

    Es ist erschreckend, wie unwissend unsere Presse und unser Außenministerium sich geben! Wurde die Lage in Ägypten in den zurück liegenden Jahren falsch eingeschätzt?
    Haben wir nur noch Dilettanten in den Ministerien???
    Man gewindet den Eindruck, die Presse mit Unterstützung der Regierung, malt den Teufel an die Wand, um uns noch besser zu überwachen.
    Ein Volk wehrt sich gegen die herrschende Klasse???
    Sie wollen brot, Arbeit und ein Menschenwürdiges Leben.
    Nur werden wider die Wirtschaftlichen interessen berücksichtig bei uns gesehen.
    ich hoffe nur, diese Welle von Gewalt und Aufruhr, schwappt nicht bis zu uns, dies wäre das Todesurteil für die herrschende Klasse hierzulande.
    Danke

  • 03.02.2011, 13:25 UhrAnonymer Benutzer: WPItz

    Unsere Regierung und die EU sind empört! Um Gotteswillen jetzt keine konkreten Taten und Hilfen auf den Weg bringen! Das könnte ja der Wirtschaft systemrelevant schaden und das ist alternativlos.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International