Zehn Jahre Afghanistan-Krieg
Die Nato zieht eine ernüchterte Bilanz

Sie wollten den Terrorismus bekämpfen und Demokratie an den Hindukusch bringen. Inzwischen wollen viele Nato-Staaten nur eines: so schnell wie möglich wieder raus aus Afghanistan. Doch das ist leicht gesagt als getan.
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BrüsselZehn Jahre ist es am Freitag her, dass der Krieg in Afghanistan begonnen hat. Vor allem die USA zogen mit großen Worten in den Feldzug gegen den Terrorismus, den sie pathetisch „Enduring Freedom“, zu deutsch dauerhafte Freiheit tauften. Die Terrocamps sollten zerstört, die Taliban vertrieben und Afghanistan demokratisiert werden.

Nach zehn Kriegsjahren und rund 2500 gefallenen Nato-Soldaten ist Ernüchterung eingekehrt. „Die Ziele waren zu hoch“, gab der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Stern“ unumwunden zu.

Längst laufen in den Verteidigungsministerien und Stäben der Bündnispartner Pläne für den Abzug. Bis 2014 will die Nato das Land am Hindukusch wieder verlassen haben. Bis dahin heißt es durchhalten.

Am heutigen Mittwoch treffen die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel zusammen, um über eine gerechtere Aufteilung der Lasten des Militäreinsatzes zu debattieren. Von den Beratungen erhofft sich Verteidigungsminister de Maizière mehr Klarheit über die Abzugspläne der USA. Der für Ende des Jahres geplante Abzug der ersten deutschen Soldaten richtet sich auch danach, wie stark die Amerikaner in Nordafghanistan ihre Truppe verkleinern.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta versprach den Bündnispartnern, sie trotz der geplanten Reduzierung des mehr als 100 000 Soldaten starken US-Kontingents um ein Drittel bis zum Herbst 2012 nicht im Stich zu lassen. Es würden keine Truppenteile abgezogen, die den Einsatz der Alliierten beeinträchtigen könnten, sagte Panetta.

Zuvor hatte Deutschlands Verteidigungsminister de Maizière vor einem übereilten Abzug gewarnt. „Das ist eine knifflige Sache“, sagte er im Stern-Interview. Zöge man die Truppen zu rasch ab, drohe dem Erreichten und den verbleibenden Soldaten Gefahr. Finde der Abzug zu zaghaft statt, sei es kein Abzug.

Zehn Jahre ist es am Freitag her, dass der Krieg in Afghanistan begonnen hat. Vor allem die USA zogen mit großen Worten in den Feldzug gegen den Terrorismus, den sie pathetisch „Enduring Freedom“, zu deutsch dauerhafte Freiheit tauften. Die Terrocamps sollten zerstört, die Taliban vertrieben und Afghanistan demokratisiert werden.

Nach zehn Kriegsjahren und rund 2500 gefallenen Nato-Soldaten ist Ernüchterung eingekehrt. „Die Ziele waren zu hoch“, gab der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Stern“ unumwunden zu.

Längst laufen in den Verteidigungsministerien und Stäben der Bündnispartner Pläne für den Abzug. Bis 2014 will die Nato das Land am Hindukusch wieder verlassen haben. Bis dahin heißt es durchhalten.

Am heutigen Mittwoch treffen die Nato-Verteidigungsminister in Brüssel zusammen, um über eine gerechtere Aufteilung der Lasten des Militäreinsatzes zu debattieren. Von den Beratungen erhofft sich Verteidigungsminister de Maizière mehr Klarheit über die Abzugspläne der USA. Der für Ende des Jahres geplante Abzug der ersten deutschen Soldaten richtet sich auch danach, wie stark die Amerikaner in Nordafghanistan ihre Truppe verkleinern.

US-Verteidigungsminister Leon Panetta versprach den Bündnispartnern, sie trotz der geplanten Reduzierung des mehr als 100 000 Soldaten starken US-Kontingents um ein Drittel bis zum Herbst 2012 nicht im Stich zu lassen. Es würden keine Truppenteile abgezogen, die den Einsatz der Alliierten beeinträchtigen könnten, sagte Panetta.

Zuvor hatte Deutschlands Verteidigungsminister de Maizière vor einem übereilten Abzug gewarnt. „Das ist eine knifflige Sache“, sagte er im Stern-Interview. Zöge man die Truppen zu rasch ab, drohe dem Erreichten und den verbleibenden Soldaten Gefahr. Finde der Abzug zu zaghaft statt, sei es kein Abzug.

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Kommentare zu " Zehn Jahre Afghanistan-Krieg: Die Nato zieht eine ernüchterte Bilanz"

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  • na na, nun mal net gleich so übertreiben.

    Es ging von Anfang an nur darum, den Drogenhandel zu schützen. 90% der Welt (Mohn) Drogen kommen inzwische unter dem Schutz der NAZ´tO aus Afganistan

  • Der Einsatz in Afghanistan war ein Verbrechen und hätte Deutschland eine Verfassung wäre das auch ein Verfassungsbruch.Aber die Rüstungsindustrie und ihre politischen Zöglinge haben Hand in Hand gearbeitet und sich vermutlich die Taschen reichlich gefüllt. Afghanistan
    ist mittlerweile ein Truppenübungsplatz der bleiben muss.
    Dazu ist man vermutlich bereit selber Anschläge zu verüben.
    Täter findet man in Deutschland und Europa ja zu Hauf.
    Seit 1200 Jahren ist das gute alte Germany ohne Demokratie.
    Es wird Zeit endlich aufzuwachen.

  • 52 deutsche Soldaten verloren in Afghanistan ihr Leben....,
    Nach zehn Kriegsjahren und rund 2500 gefallenen Nato-Soldaten ist Ernüchterung eingekehrt. „Die Ziele waren zu hoch“, gab der deutsche Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) zu. (Zitate"

    Späte Einsicht also - aber ist zehn Jahre nicht viel zu lang dafür?

    52 Deutsche mussten erst für " nichts und wieder nichts" ihr Leben lassen . Verglichen mit der Zahl 2500 gefallene Soldaten -könnte vielleicht einer zynisch sagen - ist doch wenig für unsere Nation?

    Aber sie sind aus einer "vorhersehbaren " Fehleinschätzung gefallen. Es gab bereits die Erfahrungen aus dem 2. Weltkrieg und diese wog mehr als die von einem Texaner. Doch wer es besser weiß - der kannte Kriege nur vom Hörensagen und ausgerechnet Deutsche liefen jenen "Kriegshysterie" Besessenen wieder "hinterher" und manche haben immer noch nichts dazu gelernt .

    Verteidigungsminister de Maizière hatte vor einem übereilten Abzug gewarnt. „Das ist eine knifflige Sache“, sagte er .

    Manche kriegen eben nie genug - aber es sind meistens diejenigen, die bis heute noch nie in einem dreckigen Schützenloch gestanden haben. Letzteres sagte er aber nicht.

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