Zehn Polizisten getötet
Irak: Spannungen zwischen Volksgruppen nehmen zu

HB BERLIN. Aus Protest gegen Anschläge auf ihre Volksgruppe haben Sunniten die Moscheen in der irakischen Hauptstadt für drei Tage geschlossen. Geistliche machten die Miliz einer schiitischen Regierungspartei für die zunehmenden Angriffe auf Sunniten verantwortlich und forderten den Rücktritt des schiitischen Innenministers Bajan Dschabr. Bei einem Treffen in Bagdad beschlossen mehr als 1000 Geistlichen sowie Vertreter sunnitischer Stämme und politischer Parteien, eine neue politische Organisation gründen zu wollen, die im Namen aller Sunniten im Irak spreche.

Die Sunniten verurteilten Razzien in ihren Moscheen und forderten die Einrichtung eine unabhängigen Komitees, das prüfen solle, ob Häftlinge gefoltert oder getötet worden seien. Innenminister Dschabr wies den Vorwurf zurück, die Regierung sei in die Ermordung sunnitischer Geistlicher verwickelt. Er lehnte auch seinen Rücktritt ab. Nur das Parlament könne über einen solchen Schritt entscheiden, sagte Dschabr. Die Minderheit der Sunniten hat nur sechs der 37 Kabinettsposten inne.

Bei neuen Anschlägen wurden am Samstag mindestens zehn Mitglieder der einheimischen Sicherheitskräfte getötet. Acht Angehörige einer Eliteeinheit des Innenministeriums, der so genannten Wolfsbrigade, wurden vor Tagesanbruch bei einem Überfall auf ihren Konvoi in der nördlichen Stadt Beidschi getötet, wie Polizeileutnant Nadar Adil mitteilte. Vier weitere Polizisten kamen nach Behördenangaben bei der Detonation einer Bombe am Straßenrand in Samarra ums Leben, einer überwiegend von Sunniten bewohnten Stadt.

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